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Europaviertel Ein Tunnel für das Europaviertel

Autofahrer sollen sich demnächst nicht mehr durch die Wohnquartiere des Europaviertels quälen müssen. Der 400 Meter lange Tunnel unter dem Europagarten verbindet die Wohnviertel ab Jahresende.

Im Innern ist der Bau noch rau. Foto: christoph boeckheler*

Matschnasse Erde liegt im abgezäunten Europagarten. Von Bäumen und Gräsern ist nichts zu sehen. Aber bald.

Bis 2017 soll der Park fertig sein, kündigte Thaddäus Zajac, Geschäftsführer der Projektgesellschaft Aurelis, an. In den nächsten „neun bis zwölf Monaten“ werde „die Grünfläche modelliert“. In der welligen Form, die aus dem Gartenwettbewerb hervorgegangen ist.

Der Tel-Aviv-Platz bekommt ein neues Gesicht. Wie hübsch es wird, entscheiden Fachleute und Bürger in einer Planungswerkstatt nach den Sommerferien. Am westlichen Tunnelausgang entsteht ein zweigeschossiger Pavillon mit Blick auf Park und den darunter rauschenden Verkehr.

Noch lärmen dort nur Baufahrzeuge. Autos sollen ab Jahresende durch den Tunnel fahren können, sagte Zajac beim Rundgang zur Fertigstellung des Rohbaus. Der Tunnel ist 400 Meter lang, inklusive Rampen sind es 600 Meter. Er hat drei Röhren. Die äußeren sind Fahrzeugen vorbehalten. Mit einer Spur pro Richtung plus Standstreifen. Im mittleren Teil fahren im nächsten Jahrzehnt die U-Bahnen. Die Verlängerung der U5 vom Hauptbahnhof ins Europaviertel soll 2022 fertig sein. Kosten: 281 Millionen Euro. Die Planfeststellung hat gerade begonnen.

Die U-Bahn-Verbindung sei nötig, weil die wachsende Zahl von Europaviertel-Bewohnern einen Anschluss an den öffentlichen Nahverkehr brauche, sagte Verkehrsdezernent Stefan Majer (Grüne). Die Straßenbahnen (Linien 11 und 21) auf der Mainzer Landstraße seien „an ihrer Kapazitätsgrenze“. Bislang fährt nur die Buslinie 46 auf der Europa-Allee.

Verkehrlich sei der Tunnel wichtig zur Erschließung des Europaviertels, so Majer. Autofahrer müssten sich demnächst nicht mehr durch die Wohnviertel quälen. Damit die Seitenstraßen „Wohnstraßen bleiben“, habe die Stadt vor, sie verkehrlich zu beruhigen. Mit Tempo-30-Zonen rund um den Europagarten.

30 000 Menschen sollen dereinst im Europaviertel wohnen und arbeiten. Die Zahl könnte deutlich steigen. Schon jetzt wohnten alleine im westlichen Teil 13 000 Menschen, so Zajac.

Im Tunnel unterm Europagarten verlegt die Stadtbahn-Europaviertel-Projektgesellschaft die Gleise und Leitungen ab 2019. Den Ein- und Ausgang des Stahlbetonbaus verkleidet Aurelis mit Schallschutzpaneels, um den Verkehrslärm abzumildern. Der Eingang zur Mittelröhre wird bis 2019 zugemauert.

Beim Durchlaufen des Tunnels zeigt sich: Das Bauwerk ist nicht eben, es steigt an. Der höchste Punkt ist in der Mitte. „Damit die U-Bahn zum Ausgang hin Schwung nehmen kann“, erklärte Majer, der voraussagte, dass sich der Europagarten zum „neuen Mittelpunkt“ von Europaviertel, Kuhwaldsiedlung und Gallus entwickeln werde.

„Taschenparks“ – also kleine, gärtnerisch gestaltete Flächen – sollen die Grünfläche mit dem Rebstock-Park und der Idsteiner Straße verbinden. Derzeit sei das Gallus noch der Stadtteil mit dem „geringsten Grünanteil“. Der neue, sechs Hektar große Park – in etwa so groß wie der Hafenpark im Ostend – soll das ändern. Die Kosten teilen sich die Stadt (22 Millionen Euro) und die Projektentwickler Aurelis und CA Immo (14 Millionen Euro).

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