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Ernst-May-Viertel Kein Vorzeigestadtteil

Der Architektenbund kritisiert die Pläne für das Ernst-May-Viertel, das bis 2025 Wasser-, Günthersburg- und Huthpark mit Grünflächen über einem Tunnel der A661 verbinden soll. Das Projekt sei überdimensioniert.

Protest kommt von Jung und Alt: Kleingärten und der Abenteuerspielplatz sollen weichen. Foto: Christoph Boeckheler

Der Bund Deutscher Architekten (BDA) in Frankfurt übt harsche Kritik an den Plänen für das Ernst-May-Viertel. Das Projekt wirke überdimensioniert und würde keine Rücksicht auf angrenzende städtischen Strukturen nehmen, heißt es in einer Pressemitteilung. Das ändere sich auch nicht durch Anregungen von CDU und Grünen, die Anzahl der Wohnungen im Innovationsquartier zu reduzieren.

Das Ernst-May-Viertel soll bis 2025 Wasser-, Günthersburg- und Huthpark mit Grünflächen über einem Tunnel der A661 verbinden. In acht Siedlungen sollen bis zu 4000 Wohnungen entstehen. In einigen Gebieten müssen Klein- und Freizeitgärten weichen, etwa im Nordend. Der BDA sieht in dem starken Bürgerprotest – es gibt bereits drei Bürgerinitiativen – ein Zeichen dafür, dass die Öffentlichkeit nicht genug eingebunden sei.

Der ursprüngliche Entwurf für das Quartier, den 2012 das Architektenbüro Pesch und Partner entwickelt hat, sei nicht mehr wiederzuerkennen, kritisieren die Architekten weiter, „und entspricht nicht dem Charakter eines innovativen Modellstandorts.“ Sie vermissen einen Bezug zur Nachbarschaft und tatsächlich innovative Ansätze, etwa flexible Wohnungsgrößen, die gemeinschaftliches Wohnen ermöglichen. Das Stadtplanungsamt hatte bislang immer betont, das Innovationsquartier zu einer Art Vorzeigestadtteil zu entwickeln, beispielsweise wurde ein Regenwasserauffangsystem in Auftrag gegeben.

Autofreies Quartier

Die innovativen Ansätze seien in den derzeitigen Plänen nicht erkennbar, heißt es seitens des Architektenbundes. Das Stadtplanungsamt sprach von einem neuen Verkehrskonzept mit einem autofreien Innovationsquartier. Eine Ringstraße soll die Wohnbebauung umranden und Zufahrten zu den Tiefgaragen haben. „Es ist fraglich, ob das die Qualität des öffentlichen Raumes steigert.“ Dass die A661 nur auf 400 Metern eingehaust werden soll, gehe zulasten der Wohnqualität.

Der BDA wünscht sich eine Durchmischung von Läden, Gastronomie, Praxen, kleinen Werkstätten und Jugendtreffpunkten mit Wohnraum. Der Wohnraum müsse zudem bezahlbar sein. Er erhofft sich Geld vom Magistrat für das Stadtplanungsamt, damit es einen offenen Wettbewerbsdialog in Abstimmung mit den Bürgern anstreben kann.

Unter dem Titel „WohnRaumSuche“ spaziert der BDA am Sonntag, 4.9., durch das Gallus. Treffpunkt um 14 Uhr an der Haltestelle Rebstöcker Straße, Anmeldung: info@bda-frankfurt.de

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