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Ernährungsrat Frankfurt Gesundes Essen für alle

Der Frankfurter Ernährungsrat will für gesunde und nachhaltige Ernährung einstehen - und alle können mitmachen.

Salat
Ein Landwirt hebt eine Kiste mit Salat hoch (Symbolfoto) Foto: Sebastian Gollnow (dpa)

Eine neue Bewegung entsteht, da ist Philipp Stierand sicher. Ihr Ziel: gesundes Essen für alle. „Noch ist sie ein kleines Pflänzchen“, sagt der Dortmunder Autor und Ernährungsexperte, „aber sie hat beeindruckende Kraft.“

Wer diese Kraft spüren oder zusätzlich stärken möchte, hat seit dieser Woche die Möglichkeit dazu im neuen Frankfurter Ernährungsrat. Gegründet am Mittwochabend im Beisein von Hauptredner Stierand und mehr als 100 Paten, von Bioland über BUND und Greenpeace, die Naturfreunde, den Stadtelternbeirat und die Bienenretter bis hin zur Industrie- und Handelskammer, steht das Gremium nun allen offen. Wer sich beteiligen will, kann in einem von mehreren Arbeitskreisen mittun. Unter www.ernährungsrat-frankfurt.de soll bald Näheres zu lesen sein.

„Wir haben den Kontakt zu unseren Lebensmitteln verloren“, sagte Initiator Joerg Weber am Gründungsabend. Seit Monaten ist er in einem engagierten Team dabei, diesen Kontakt wieder zu ermöglichen, mit Leuten von Initiativen wie Transition Town und Echt Hessisch. Sie wollen Möglichkeiten schaffen, in und um Frankfurt gesundes Essen zu produzieren und auch jene daran teilhaben zu lassen, die wenig Geld haben. Solidarische Landwirtschaft heißt ein Stichwort.

Bärbel Praetorius von Slow Food Deutschland betonte: „Die Stadt Frankfurt hat sich verpflichtet, für die gute Ernährung ihrer Bürger Sorge zu tragen – daran werden wir sie erinnern.“ War zunächst gar nicht nötig, Umweltdezernentin Rosemarie Heilig (Grüne) erinnerte sich selbst daran: „Ich habe vor gut zwei Jahren in Mailand den Milan Urban Food Policy Pact für die Stadt unterzeichnet“, sagte sie in der Gründungsversammlung. Gemeinsam mit 147 Städten weltweit steht Frankfurt damit für gesunde und nachhaltige Ernährung ein. Oder wie Heilig sagte: „Enkeltauglich“, denn der Begriff Nachhaltigkeit gilt selbst unter seinen Erstbenutzerinnen inzwischen als verwaschen; zu viele verwenden ihn inzwischen für ihre Zwecke.

Praktisch funktioniert der Ernährungsrat so, dass etwa 25 Leute aus Landwirtschaft, Zivilgesellschaft, Verwaltung, Wirtschaft im sogenannten Lenkungskreis die groben Ziele definieren und nach außen tragen. In den Arbeitskreisen werden Ideen geboren und Feinheiten ausgearbeitet.

Zur Gründung – symbolträchtig bei der IHK am Börsenplatz – gab’s Schnittchen mit veganem Aufstrich, angestoßen wurde mit Cidre vom Obsthof Schneider. Weitere Korken dürften knallen, sollte über kurz oder lang folgen, was die Kollegen vom Kölner Ernährungsrat schon geschafft haben: eine jährliche Beteiligung der Stadt mit 50 000 Euro.

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