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Einzelhandel in Frankfurt Samen-Andreas besteht seit 150 Jahren

Das Traditionsgeschäft Samen-Andreas in der Frankfurter Innenstadt feiert sein 150-jähriges Bestehen mit einer Gartenfibel. Darin wird die Geschichte des Familienunternehmens beschrieben.

Einzelhandel in Frankfurt
Samen-Andreas in der Frankfurter Innenstadt: So wird es bei Nils Andreas im Frühling wieder vor dem Geschäft aussehen. Foto: Christoph Boeckheler

Die ersten Pflanzen vor dem Laden warten bereits auf Abnehmer, doch noch bleibt der große Ansturm in der Töngesgasse 27 aus. Aber schon in der kommenden Woche, wenn es wärmer werden soll, könnte bei Samen-Andreas in der Innenstadt einiges los sein. Denn, so weiß Geschäftsführer Nils Andreas, im Frühling sei ein „übermenschlicher Arbeitseinsatz“ notwendig, um den Handel mit Saatgut, Blumen und Pflanzenschutzmitteln zu stemmen. Samen-Andreas gelingt dies seit 150 Jahren.

Im Büro hinter dem Verkaufsraum hütet Nils Andreas ein kleines Büchlein. Das „Deutsche Magazin für Garten- und Naturkunde“, Jahrgang 1869. In der Rubrik „Anzeigen und Empfehlungen“ taucht auch der Samen-Andreas auf. Ein Jahr zuvor hatte Georg Philip Adolf Andreas das Geschäft im Steinernen Haus gegenüber dem Dom gegründet. Es folgten nicht zuletzt durch den Zweiten Weltkrieg zahlreiche Umzüge, unter anderem war der Frankfurter Betrieb 13 Jahre lang in Bad Salzhausen zu Hause, als in Frankfurt alles ausgebombt war. Seit 1956 finden die Kunden den Samenhändler in der Töngesgasse, im heutigen Haus auf der anderen Straßenseite seit 1998. Doch trotz aller Umzüge ist Samen-Andreas bis heute ein Familienbetrieb, mittlerweile in fünfter Generation. Nils Andreas hat das Geschäft 2002 übernommen, als sein Vater aus gesundheitlichen Gründen kürzertreten musste. Aber Senior Wolfgang hilft noch immer zweimal die Woche im Laden aus. Sein Sohn hat selbst wiederum drei Kinder und hofft, den Familienbetrieb auch in der sechsten Generation am Leben zu erhalten.

Doch bis dahin ist noch reichlich Zeit, in diesem Jahr wird erst mal gefeiert. Zum stolzen Jubiläum hat die Familie Andreas für ihre Kunden eine „Gartenfibel“ aufgelegt. Darin wird noch einmal der Werdegang des Unternehmens geschildert und welche Schwierigkeiten das Geschäft mit dem Saatgut heute so mit sich bringt. Die Schilderungen gipfeln in dem nachdenklich stimmenden Satz: „Gießen, Darmstadt und Wiesbaden sind samenladenlos.“

Hauptsächlich aber ist die kostenlos erhältliche Fibel ein toller Ratgeber mit Aussaatkalender, Anpflanztipps und Tabellen, die Auskunft darüber geben, welche Pflanzen sich miteinander vertragen und welche nicht. Noch ruhen die Jubiläumsfibeln unangetastet auf dem Ladentresen. Aber im März, ist sich Nils Andreas sicher, wird es wieder voll im Laden.

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