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Eintrittsgeld in Museen 15 Museen verzichten auf Eintrittsgeld

15 Museen in der Stadt verzichten auf Eintrittsgeld von Kindern, Jugendlichen und Studierenden. Wichtige Frankfurter Häuser aber halten am Eintritt für junge Menschen fest. Städel, Liebieghaus, Kunsthalle Schirn, Filmmuseum und Senckenberg wollen weiter Geld von ihren Besuchern verlangen.

Claudia Dillmann, Direktorin des Deutsches Filmmuseums, breitet der geplante freie Eintritt für Kinder und Jugendliche in manchen Museen Sorge. Foto: peter-juelich.com

Die Aufregung ist groß in der Frankfurter Museumslandschaft. Die wichtigen nicht-städtischen Häuser fühlen sich durch den geplanten freien Eintritt für Kinder, Jugendliche und Studierende in kommunalen Institutionen massiv benachteiligt. Von „Wettbewerbsverzerrung“ spricht etwa Helmut Gold, der Direktor des Museums für Kommunikation, Schaumainkai 53. „Wir würden gerne mitmachen, aber wir können uns den freien Eintritt schlicht finanziell nicht erlauben“, beklagt Claudia Dillmann, die Chefin des benachbarten Deutschen Filmmuseums, Schaumainkai 41.

Vom 1. Januar 2017 an werden 15 städtische Museen keinen Eintritt mehr für Kinder, Jugendliche und Studierende verlangen. Doch sehr wichtige Frankfurter Häuser fordern weiter einen finanziellen Beitrag für die jungen Besucher: Das Senckenberg-Museum, der Städel, das Liebieghaus, die Kunsthalle Schirn, das Deutsche Filmmuseum, das Museum Giersch. Es sind gerade diese nicht-städtischen Kultur-Institutionen, die massiv von jungen Menschen besucht werden.

Ganz oben in der Beliebtheitsskala bei Kindern und Jugendlichen steht das Deutsche Filmmuseum. Direktorin Claudia Dillmann ist in großer Sorge: „Wie soll ich im nächsten Jahr den Besuchern erklären, dass ich noch Eintritt verlange, das benachbarte Architekturmuseum aber nicht?“ In der Wahrnehmung der Besucher sei auch das Deutsche Filmmuseum ein städtisches Haus – tatsächlich befindet es sich in der Trägerschaft des Deutschen Filminstituts.

Dillmann hat ausrechnen lassen, was der freie Eintritt für den Etat ihres Hauses bedeuten würde: „2015 wäre es ein Verlust von 110.000 Euro gewesen, in diesem Jahr von 140.000 Euro.“ Grundsätzlich begrüßt die Direktorin aber den freien Zugang als „wichtigen kulturpolitischen Schritt.“

Axel Braun, der Sprecher von Städel und Liebieghaus, sagt ebenfalls: „Es ist vernünftig, Brücken einzureißen und Menschen für Kultur zu begeistern.“ Man wolle aber bei der heutigen Regelung bleiben. Im Städel haben Kinder bis zum Alter von zwölf Jahren freien Zugang. Ältere Schüler, Studierende und Auszubildende bezahlen drei Euro.

Braun verweist auf die alljährliche Bildungswoche im Städel: In dieser Zeit ist der Eintritt für 5000 Schülerinnen und Schüler frei.

Öffentliche Förderung zurückgefahren

Ein gänzlicher freier Eintritt würde aber einen „finanziellen Ausfall“ bedeuten, dem man nicht tragen wolle. Mittlerweile, so der Sprecher, sei der öffentliche Anteil an der Förderung des Städel Museums auf unter 15 Prozent abgesunken.

Im Goethehaus und im Goethemuseum, die vom Freien Deutschen Hochstift getragen werden, hat die Ankündigung der Stadt für Wirkung gesorgt. „Wir beraten das gerade mit unseren Zuschussgebern“, sagt Sprecherin Kristina Faber. Das heißt übersetzt: Es könnte sein, dass auch dort der Zugang für junge Menschen vom 1. Januar 2017 an frei ist. Bisher zahlen Schüler einen Eintritt von 1,50 Euro, Studierende drei Euro. Der Eintritt für bis zu sechsjährige Kinder ist frei.

Im Museum für Kommunikation, das von einer Stiftung der Deutschen Post getragen wird, hat die Ankündigung der Stadt, freien Zugang zu gewähren, schon zu einer ersten Reaktion geführt: „Wir hatten eigentlich vorgehabt, die Eintritte vom 1. Januar 2017 an zu erhöhen, das machen wir jetzt nicht,“ sagt Direktor Helmut Gold.

Er nennt den Vorstoß der Stadt „eine schöne Initiative“. Doch das Museum würde durch freien Eintritt für junge Leute Einnahmen von mindestens 40.000 Euro im Jahr verlieren: „Das können wir nicht kompensieren.“ Bisher zahlen Kinder bis zu sechs Jahren nichts, zwischen sechs und sechzehn Jahren 1,50 Euro. Die sehr beliebte „Kinderwerkstatt“ kostet weitere 2,50 Euro.

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