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Eintracht-Stadion Frankfurt 100.000 tanzen beim World Club Dome

Der World Club Dome zieht rund 100.000 Electronic-Dance-Fans ins Eintracht-Stadion. Bei der ersten, eintägigen Ausgabe 2013 waren es noch 25.000 Besucher.

Wo sonst der Fußball dominiert, ist es jetzt der Electronic-Sound: begeisterte Fans in der Sommerhitze. Foto: Rolf Oeser

Rund 150 DJs, darunter Weltstars der elektronischen Musik, haben am Wochenende zahlreiche Menschen zum World Club Dome nach Frankfurt gelockt. Etwa 100 000 Besucher sind nach Angaben des Veranstalters an den drei Festivaltagen von Freitag bis Sonntag zusammengenommen in die Eintracht-Arena gekommen, etwa 35 000 pro Tag. Dort legten vor allem Stars der Stilrichtung „Electronic Dance Music“ (EDM) auf; mit dabei waren Avicii, Steve Aoki, David Guetta und Hardwell. Für Drei-Tages-Tickets mussten die Gäste 109 bis 232 Euro hinblättern.

Vom „größten Club der Welt“ hatten die Veranstalter von Big City Beats schon im vergangenen Jahr gesprochen. Zum zweitägigen World Club Dome 2014 waren etwa 60 000 Menschen gekommen; bei der ersten, eintägigen Ausgabe 2013 waren es noch 25 000 Besucher.

An einen Club erinnerte das Ganze dennoch nicht: Am Stadion, umgeben vom auf Festivalplänen ausgewiesenen „Club-Wald“, herrschte vor den 14 Bühnen Open-Air-Stimmung; im Stadion, auch wegen des zugezogenen Daches nicht ganz so „open air“, wirkten die Auftritte der EDM-Stars eher wie ein Popkonzert: kreischende Kids, vereinzelt mit selbstgebastelten Plakaten, die das Innere des Stadions des Nachts mit ihren Handykameras, zum Teil an Drei-Meter-Stäben befestigt, zeitweise in ein Lichtermeer verwandelten.

Und sich mit Torten bewerfen ließen. Das zumindest war wenig überraschend am Samstagabend geschehen, als Steve Aoki – für seine Tortenwürfe bekannt – in der Arena spielte. Stolz zeigte Jabob Moriz nach dessen Auftritt seine mit Torte beschmierte Basecap. „Einfach geil“, meinte der 20-Jährige aus Konstanz, noch sichtlich euphorisiert von der Show. Schade sei nur, dass er Aoki kaum zu Gesicht bekommen habe. Um ganz vorne an der Bühne stehen zu können, habe er 20 Euro mehr und damit 140 Euro für das Festivalticket bezahlt, doch wegen des hoch aufragenden DJ-Pults habe er ganz vorne in der ersten Reihe kaum Sichtkontakt zum US-Star gehabt. Dennoch: Das Festival sei „mega“, so Moriz. Auf seinem neon-pinken Tank-Top, das er an dem Abend trug, ist zu lesen: „Keep calm and party hard“ – ruhig bleiben und hart feiern.

Drinnen werde mit Torte geworfen, hier draußen hingegen werde gefeiert, schrie DJ Talla 2XLC während des Aoki-Auftritts seinem Publikum an der Dorian-Gray-Bühne entgegen. Kein EDM; Trance und Techno-Klassiker spielte er seinen Fans. Nicht nur der Musikgeschmack ist bei vielen seiner Hörer offenkundig ein anderer, viele vor der Dorian-Gray-Bühne waren auch deutlich älter als die EDM-Fans drinnen im Stadion.

Voll des Lobes

Wenngleich der Sound der EDM-Stars mit Techno und Trance nicht mehr viel gemein hat: DJ Talla 2XLC, Pionier des Techno und Trance, ist voll des Lobes für den World Club Dome. „Ich finde es super, dass wir nun in Frankfurt so ein Groß-Event haben“, sagte der DJ, Jahrgang 1963 und mit bürgerlichem Namen Andreas Tomalla, nach seinem Auftritt.

Trotz der diesjährigen hohen Teilnehmerzahl bei dem Event: Notarzteinsätze mit schwerwiegenden Verletzungen hat es nach Angaben der Veranstalter bis zum gestrigen Sonntagnachmittag nicht gegeben. Zwar seien bei einigen Besuchern wegen der hohen Temperaturen Kreislaufprobleme und „kleine Verletzungen“ behandelt worden, der Festivaltag habe aber nur für zwei Personen im Krankenhaus geendet, so Oliver Franke, Pressesprecher bei der Veranstaltung.

Zudem betonte Franke, dass die Veranstaltung weiter wachsen wolle: „Natürlich möchten wir im nächsten Jahr mit noch mehr Besuchern aus der ganzen Welt feiern.“ Noch seien die Kapazitätsgrenzen im Stadion sowie auf dem Gelände daneben nicht erreicht, so der Sprecher.

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