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Eintracht Frankfurt Teures Bier und günstige Stehplätze

Elf Fragen und elf Antworten zum Saisonstart von Eintracht Frankfurt.

Heimspiel
Maskottchen Attila verpasst kein Heimspiel der Eintracht. Foto: Stefan Krieger

Ein echter Eintracht-Fan sieht natürlich alle Spiele seiner Mannschaft live im Stadion. Von wie vielen Partien reden wir da eigentlich?
Die Saison könnte verdammt lang werden, selbst wenn man die bisher gespielten sieben Freundschaftsspiele ausklammert. Standard sind die 34 Bundesliga-Partien, dazu kommt der Supercup am Sonntag. Sollte die Eintracht – wie das in den vergangenen beiden Jahren der Fall war - ins DFB-Pokalfinale kommen, wären in diesem Wettbewerb sechs weitere Partien zu absolvieren (die erste bereits am kommenden Samstag in Ulm). Und dann ist da noch die Europa League. Fest steht, dass bis Weihnachten sechs Spiele in der Gruppenphase anstehen. Sollte die Eintracht in diesem Wettbewerb das Endspiel erreichen, kämen neun Partien hinzu. Das wären dann insgesamt 56 Spiele.
 
Puh, sind angesichts dessen die Ticketpreise wenigstens bezahlbar?
Es geht. Prinzipiell herrscht bei der Eintracht die Devise: Der Stadionbesuch muss für alle Fans bezahlbar bleiben, wer aber viel Geld hat, kann auch viel bezahlen. Dauerkarten in der Fankurve sind daher günstig (125 Euro für Mitglieder). Wer gerne auf einem guten Platz sitzt, zahlt hingegen bis zu 803 Euro.

Gut, dann kaufe ich mir schnell noch eine Stehplatz-Dauerkarte. Wo gibt es die?
Sehr lustig. Dauerkarten sind in Frankfurt so begehrt wie Rubbellose mit 5000-Euro-Gewinngarantie. Wer einmal eine hat, kann sein Abonnement jedes Jahr verlängern. Die Zahl der Dauerkarten war zuletzt auf 28 000 beschränkt. Als im Sommer 2000 weitere Tickets auf den Markt kamen, war der Andrang bei der Bestellung so groß, dass die Internet-Server zusammenbrachen.

Aber im freien Verkauf gibt es Karten für einzelne Spiele, oder?
Kommt auf den Gegner an. In der Regel haben Mitglieder Vorkaufsrechte. Für attraktive Partien wie im Dezember gegen die Bayern dürften Menschen, die nicht Vereinsmitglied sind, deshalb kaum an Karten kommen. Ob das Stadion Mitte Januar 2019 gegen Freiburg auch ausverkauft sein wird, ist dagegen fraglich.

Wenn es einen derart großen Andrang gibt: Sollte das Stadion dann nicht ausgebaut werden?
Es spricht einiges dafür, dass es so kommt. Die Eintracht hätte gerne eine Arena mit 60 000 Plätzen, darunter viele im Stehplatzbereich. Die Stadt Frankfurt als Eigentümerin der Arena findet diese Pläne gut – insbesondere wenn die Fußball-EM 2024 in Deutschland stattfinden sollte. Ein größeres Stadion lässt die Chancen auf attraktive Spiele steigen. Derzeit verhandeln die Eintracht und die Stadt über die Kosten für den Ausbau. Vieles spricht für ein Gesamtpaket, denn auch die Stadionmiete (die der Eintracht derzeit zu hoch ist) und der Betrieb der Arena (den die Eintracht wohl gerne übernehmen würde) sind Gegenstand der Verhandlungen.
Kommen wir zum Essen und Trinken. Wie wird im Stadion bezahlt?
Nur Bares ist Wahres. Jahrelang brauchten die Fans im Stadion eine Bezahlkarte. Nach der Insolvenz des Betreibers wird wieder mit Scheinen und Münzen gelöhnt.

Wie viel kostet das klassische Fußballfan-Menü: ein Bier und eine Bratwurst?
Acht Euro. 4,40 Euro für das Bier (0,5 Liter), 3,60 Euro für die Wurst. Das ist vergleichsweise teuer. Laut einer Erhebung des Internet-Portals „SGE4Ever“ ist das Bier nirgendwo in der Bundesliga teurer. Die Wurst kostet nur in München und Düsseldorf mehr als in Frankfurt.

Na ja, aber dafür sind bestimmt die Trikots billig, die jeder Fan natürlich braucht?
Ansichtssache. Das Heimtrikot (dieses Jahr ganz in Schwarz gehalten), kommt auf knapp 85 Euro, dazu kommt die Beflockung mit Spielernamen und Rückennummer. Auch das ist im Bundesliga-Vergleich eher teuer. Aber auch bei den Trikots gilt: Vereinsmitglieder zahlen weniger.

Okay, gibt es sonst noch Hausaufgaben zu machen vor dem Saisonstart?
Höchstens das Vereinslied „Im Herzen von Europa“ auswendig lernen. Das findet sich im Internet. Einfach bei Google eingeben. Kleiner Tipp: Nach der Zeile „Der eine liebt sein Mädchen, und der andere liebt den Sport“, ruft man als Fan ganz laut „den Sport“. Sofern man nicht gerade mit seiner Frau im Stadion unterwegs ist.

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