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Eintracht Frankfurt Fanprojekt-Mitarbeiter erstattet Anzeige

Ein Mitarbeiter des Frankfurter Fanprojekts wird nach dem Bundesliga-Spiel der Eintracht in Mönchengladbach zu Boden geschubst. Nun erstattet er Strafanzeige und eine Dienstaufsichtsbeschwerde gegen den Einsatzleiter. Das Frankfurter Fanprojekt unterstützt die Anzeige.

18.03.2016 16:15
Am Boden: Haris Seferovic nach dem Spiel gegen Mönchengladbach. Draußen geht es wenig später rund (Symbolfoto). Foto: dpa

Es muss hoch hergegangen sein am vergangenen Samstag am Düsseldorfer Hauptbahnhof nach dem Bundesliga-Spiel der Eintracht in Mönchengladbach. Prügelnde Polizisten, Fans, die mit Bierflaschen werfen. Mittendrin befindet sich ein Mitarbeiter des Frankfurter Fanprojekts.

Noch vor den Prügelszenen zückt er seinen Ausweis der Deutschen Fußball-Liga und weist sich aus. Doch der Ausweis interessiert die Beamten nicht. Der 36-Jährige wird zu Boden geschubst und erleidet Prellungen an Ellenbogen und Steiß. Die Verletzungen lässt er kurz darauf im Krankenhaus dokumentieren und erstattet Strafanzeige und eine Dienstaufsichtsbeschwerde gegen den Einsatzleiter. Das Frankfurter Fanprojekt unterstützt die Anzeige. „Wir werden die Kosten eines Verfahrens übernehmen, weil wir keine Zweifel an seiner Darstellung haben“, sagt Roland Frischkorn als Vorsitzender des Frankfurter Fanprojekts.

Frischkorn ist über den Vorfall aufgebracht. Denn das nationale Projekt „Sicherheit und Sport“ werde mit Füßen getreten, wenn Bundespolizisten die Mitarbeiter einfach ignorieren. „Da muss sich das Bundesinnenministerium schon mal fragen lassen, ob es noch Partner dieses Projekts ist“, so Frischkorn. Auf eine entsprechende schriftliche Nachfrage der FR reagiert das Bundesinnenministerium nicht. Stattdessen meldet sich wenig später ein Beamter der Bundespolizeidirektion Sankt Augustin telefonisch und will zunächst mal den Namen des betroffenen Fanprojekt-Mitarbeiters haben.

Auch andere Eintracht-Fans wurden bei den Übergriffen in Düsseldorf verletzt. Die Fanvertretung Nordwestkurvenrat erhebt in diesem Zusammenhang schwere Vorwürfe gegen die Beweis- und Festnahmeeinheit der Bundespolizei Sankt Augustin und spricht von einer „gewollten und bewusst herbeigeführten Eskalation“ und Beamten, die sich „in einen wahren Gewaltrausch“ hineingesteigert hätten. Die Bundespolizei in Düsseldorf weist die Vorwürfe zurück: „Das war alles adäquat“, sagt ein Sprecher auf FR-Anfrage. (ote)

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