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Eintracht Frankfurt Ein Yeboah-Haus gegen Rassismus

Fans von Eintracht Frankfurt haben ein Wandbild von Anthony Yeboah der Öffentlichkeit übergeben. Der Frankfurter Künstler Mathias Weinfurter sprühte das Porträt an ein Haus in Niederrad. Er und das Frankfurter Fanprojekt wollen damit ein Zeichen gegen Rassismus setzen.

Ein Zeichen gegen Rassismus: das Yeboah-Haus in Niederrad. Foto: Monika Müller

Etwa 200 Anhänger von Eintracht Frankfurt haben am Samstag ein Wandbild an einem Haus in Niederrad der Öffentlichkeit übergeben. Das Bild zeigt das Gesicht von Anthony Yeboah, dem ehemaligen Spieler der Eintracht, und den Schriftzug: „Wir schämen uns für alle, die gegen uns schreien.“ Überraschend kam Yeboah selbst zu der Feier der Fans und sprühte sein Autogramm unter das Graffito.

Der Spruch, den der HfG-Student Mathias Weinfurter an die Hauswand gesprayt hatte, stammt aus einem offenen Brief von 1990. Darin wehrte sich Yeboah, einer der ersten schwarzen Fußballer der Bundesliga, gemeinsam mit Anthony Baffoe und Souleyman Sané gegen den Rassismus in deutschen Stadien.

Das Frankfurter Fanprojekt hat sich 24 Jahre später den Kampf gegen Rassismus, Antisemitismus und Fremdenfeindlichkeit zur Aufgabe gemacht. Im letzten Jahr schrieb es hierfür zum ersten Mal den „Im Gedächtnis bleiben“-Preis aus. Weinfurter gewann die mit 1000 Euro prämierte Auszeichnung. Der Frankfurter Künstler hatte die Idee ein Haus mit dem Abbild Yeboahs zu versehen. „Diesen Plan hatte ich schon lange“, berichtet Weinfurter. Als er von der Ausschreibung des Fanprojekts erfuhr, bewarb er sich und plante die Details. Etwa ein Jahr später ist es soweit: Das Wohnhaus an der Melibocusstraße 86 ist nun ein „Yeboah-Haus“. Die bemalte Fassade steht unweit der S-Bahnstation Niederrad und unmittelbar an den Gleisen.

„Jeder, der vom Flughafen mit der S-Bahn in die Stadt reinfährt, kommt hier vorbei“, freut sich Stephan von Ploetz vom Fanprojekt. Nach der Bewerbung Weinfurters machten er und seine Mitstreiter sich auf die Suche nach einer geeigneten Hauswand. Bei der Nassauischen Heimstätte wurden sie fündig. Die Wohnungsgesellschaft stellte ihre Fassade zur Verfügung. Bürgermeister Olaf Cunitz (Grüne) sprach bei der Einweihung von einem „Eingangsportal für die Stadt, das ein Zeichen setzt“.

Negative Erlebnisse

Ein Zeichen wollte auch Weinfurter mit seinem Werk setzen. Doch während der Wochen, in denen er an der Wand arbeitete, gab es auch immer wieder negative Erlebnisse. „Es ist eigentlich unglaublich, aber es kamen immer wieder Leute vorbei, die das offensichtlich nicht gut fanden, was wir hier gemacht haben.“ Das zeige, dass es immer noch nötig sei, sich gegen Rassismus einzusetzen.

Yeboah zeigte sich am Samstag berührt von der Initiative: „Das ist eine tolle Sache“, sagte er. Als er von dem Vorhaben der Fans hörte, habe er sofort sein Einverständnis gegeben.

 

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