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Eintracht Frankfurt Der Adler macht Druck

Die Schwarz-Roten scheinen sich spielerisch nach dem 1:0 gegen Schalke gefangen zu haben - da führt ihr Vorstand sogleich die nächste Attacke: Der Mietvertrag fürs Stadion solle neu gestaltet werden, meint Kassenchef Hellmann. Sportdezernent Frank will aber nichts verändern.

22.04.2013 21:04
Jan Christian Müller
Achja, damals... Über die Miete fürs alte Waldstadion stritt man sich wohl nicht so. Foto: Monika Müller

Die Schwarz-Roten scheinen sich spielerisch nach dem 1:0 gegen Schalke gefangen zu haben - da führt ihr Vorstand sogleich die nächste Attacke: Der Mietvertrag fürs Stadion solle neu gestaltet werden, meint Kassenchef Hellmann. Sportdezernent Frank will aber nichts verändern.

Eintracht Frankfurt lässt nicht locker. Der Fußball-Bundesligist möchte den 2005 geschlossenen Vertrag über die Miete der 200 Millionen Euro teuren Arena neu fassen. „Wir sind der einzige Verein in Deutschland, der nicht am Stadionnamen, am Catering und an den Parkplätzen partizipiert“, kritisierte Eintracht-Finanzvorstand Axel Hellmann bei einer Podiumsdiskussion mit Sportdezernent Markus Frank im Eintracht-Museum.

Hellmann forderte die Politik auf, gemeinsam eine Strategie zu entwickeln: „Lasst die Eintracht wachsen und alles, was beim Steuerzahler ankommt, wächst mit.“ Er wolle keine Mietsenkung, so Hellmann, es sei aber an der Zeit, sich „mehr mit den Chancen zu beschäftigen und Ertragspotenziale zu heben – auch im Interesse der Stadt“. Angesichts der bis 2020 geschlossenen Verträge (mit Kosten um 8,5 Millionen Euro im Jahr) könne die Eintracht, „wenn es dumm läuft, absteigen, und dann müsste die Stadt das Stadion mit deutlich weniger Einnahmen durchfinanzieren“.

Sportdezernent Markus Frank (CDU) entgegnete, die Eintracht sei „ein großer Imageträger“, andererseits aber auch ein Unternehmen. Ohnehin sei der Klub nur zur Hälfte der Refinanzierungskosten der Arena herangezogen worden. Zudem müsse er als Dezernent seiner Verantwortung für kleinere Klubs gerecht werden. Frank räumte ein, die Stadt habe rund zehn Millionen Euro mehr eingenommen, als bei Vertragsschluss kalkuliert worden war, „die Eintracht kassierte im selben Zeitraum jedoch 40 Millionen Euro mehr, als sie gedacht hat“. Für die Stadt sei es notwendig, Zins und Tilgung zahlen zu können und die notwendigen Reparaturen durchzuführen.

Hellmann will sich damit nicht zufriedengeben. „Wir haben den Anspruch, international zu spielen.“ Das müsse für Eintracht Frankfurt „der Maßstab sein“, das „A und O dabei“ sei ein wettbewerbsfähiger Stadionvertrag, denn: „Während wir um 40 Millionen Euro zugelegt haben, haben andere Klubs zwischen 60 und 180 Millionen Euro Mehreinnahmen erzielt. Wenn wir diesen Wettbewerbsnachteil nicht ausgleichen, wird es uns auch nicht gelingen, Eintracht Frankfurt dauerhaft unter den ersten sechs, sieben Mannschaften in der Bundesliga anzusiedeln.“

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