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Eintracht Frankfurt Aufregung um Final-Tickets

Eintrittskarten für das Pokalfinale Eintracht Frankfurt gegen Bayern werden im Internet angeboten. Eine Anwaltskanzlei geht dagegen vor.

Eintracht Frankfurt
Um die Eintracht im Pokalfinale zu sehen, ist so mancher auch bereit im Internet teure Karten zu kaufen (Symbolfoto). Foto: Thomas Frey (dpa)

Die Begründung klingt ziemlich vorgeschoben. „Aufgrund einer Reise muss ich leider unsere drei Tickets für das DFB-Pokalfinale hier verkaufen“, heißt es bei Ebay. Der angebliche Reisende in spe bietet auf der Verkaufsplattform drei Tickets im Eintracht-Block P2 an.

Erlaubt ist das laut den Allgemeinen Ticket-Geschäftsbedingungen für das Pokalfinale trotz der fadenscheinigen Ausrede nicht. Dort heißt es unter 7. a: „Dem Ticketinhaber ist es insbesondere untersagt, das Ticket bei Auktionen (insbesondere im Internet) zum Kauf anzubieten.“ Eine Veräußerung, heißt es unter c, sei maximal bei einem Aufschlag von bis zu 15 Prozent zum Ausgleich entstandener Transaktionskosten zulässig.

Bereits im vergangenen Jahr war Eintracht Frankfurt gegen die Schwarzhändler in den eigenen Reihen mit aller Härte vorgegangen. In 40 Fällen wurden sogar die Dauerkarten der Schwarzhändler eingezogen, weil sie an die Finaltickets erst dank ihrer Dauerkarte gekommen waren.

„Wir werden auch in diesem Jahr gegen Schwarzhändler vorgehen“, kündigt Eintracht-Justitiar Philipp Reschke an. Wegen der Kürze der Zeit sei eine Ahndung vor dem Pokalfinale kaum möglich. „Die Transaktionen können wir nicht regelmäßig verhindern, sondern erst im Nachhinein entsprechende Maßnahmen ergreifen“, so Reschke. Soll heißen: Mancher Verkäufer wird noch einen dicken Gewinn einstreichen, im Nachhinein dann aber ein böses Erwachen erleben.

Viele Fans sind sauer

Die Anwaltskanzlei „Becker Haumann“ in Dortmund sucht für die Eintracht einschlägige Verkaufsportale wie Ebay, Ebay Kleinanzeigen, Viagogo oder auch Facebook regelmäßig nach angebotenen Tickets durch. „Das Screening läuft täglich, wir haben auch in diesem Jahr schon wieder welche geschnappt“, sagt Ulf Haumann. Seine Kanzlei betreut 13 Bundesligisten, da gehört die Suche nach schwarz offerierten Tickets für das Pokalfinale schon zur Routine. „Die Nachfrage war schon im vergangenen Jahr extrem hoch und sie hat dieses Jahr nicht nachgelassen“, so Haumann.

Laut DFB bekamen die beiden Finalisten Bayern München und Eintracht Frankfurt in diesem Jahr je 21.500 Tickets. Für beide Vereine ist die Verteilung der Tickets eine Mangelverwaltung. Die Eintracht etwa hat alleine 26.000 Dauerkartenbesitzer. Da diese nicht alle bedient werden können, wurden in diesem Jahr fast ausschließlich Fans bedacht, die zusätzlich auch Vereinsmitglied sind.

Umso enttäuschender ist es dann für den Verein, wenn die Tickets an andere Fans, die das Spiel sehen wollen, mit Gewinnabsicht verkauft werden. Auch viele Fans sind deshalb sauer. Viele Hinweise erhält Haumann daher gerade auch von enttäuschten Fans, die auf den Nepp in den eigenen Reihen keine Lust haben.

Das Vorgehen nach solchen Hinweisen ist unterschiedlich und hängt vom Betreiber der Plattform ab. Ebay und Ebay-Kleinanzeigen etwa geben die Daten der Nutzer bei Missbrauch heraus. „Aber Viagogo ist ein sehr unseriöser Partner, das ist nicht transparent“, sagt Haumann. Das geht übrigens schon beim Kauf los. Wer sich bei Viagogo umsieht, bekommt als Hinweis auf eine angebotene Karte etwa nur „Block, Kategorie 2“ zu lesen und somit nicht mal einen Hinweis darauf, ob die Karte in der Eintracht- oder der Bayern-Kurve ist. Auf die Spur kann die Kanzlei aber auch den Verkäufern bei Viagogo kommen. Dann nämlich, wenn der Käufer sich meldet. Alle Tickets können dem ursprünglichen Inhaber zugeordnet werden. Betrüblich bleibt es aus Eintracht-Sicht trotzdem, dass es unter den vielen schwarz-weißen Schafen auch ein paar schwarze gibt.

Lesen Sie mehr zum Thema in unserem Dossier Pokalfinale

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