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Einkaufen in Frankfurt Nordwestzentrum ist 50 Jahre alt und so groß wie nie

Das Nordwestzentrum in Frankfurt feiert sein 50-jähriges Bestehen. Ein großer Umbau soll bis Ostern beendet werden. Danach ist das Shopping-Center wieder das größte der Region.

50 Jahre Nordwestzentrum
Im Nordwestzentrum ist ordentlich was los. Foto: Rolf Oeser

Ein halbes Jahrhundert nach seiner Eröffnung schickt sich das Nordwestzentrum an, wieder das größte Shopping-Center in der Region zu werden. Zur kleinen Feierstunde zum 50. Bestehen des Einkaufszentrums am späten Donnerstagmorgen ist der Umbau, in den Eigentümer Josef Buchmann 60 bis 80 Millionen Euro steckt, noch nicht ganz abgeschlossen. Aldi, Zara und die Drogerie Müller haben schon geöffnet, in anderen Geschäften des neuen Bereichs läuft noch der Innenausbau.

Zu Ostern aber, wenn alles fertig sein soll, auch Woolworth, die Biokette Basic, die Modekette Olymp & Hades die Türen geöffnet haben, wird das am 4. Oktober 1968 feierlich eröffnete Zentrum mit dann 94 000 Quadratmetern Verkaufsfläche wieder etwa größer sein als das vor einigen Jahren erweiterte Main-Taunus-Zentrum. Zu den zehn größten Einkaufszentren Deutschlands gehört es jetzt schon.

Heinz Schenk, Roberto Blanco und die Jacob Sisters waren damals beim Eröffnungsfest dabei. Beim kleinen Festakt zum 50-jährigen Bestehen des Zentrums spielt Organist Franz Lambert. Gleich zwei Landesminister sind in die Nordweststadt gekommen. Wissenschafts- und Kunstminister Boris Rhein (CDU) zeichnet Lambert mit der hessischen Ehrenurkunde für Kunst und Kultur aus. Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir (Grüne), der zum 50-jährigen Bestehen der Frankfurter U-Bahn natürlich mit dieser angereist ist, spricht davon, wie klug das nach einem städtebaulichen Konzept der Architekten Walter Schwagenscheidt und Tassilo Sittmann und einem Entwurf des Frankfurter Büros ABB entstandene Nordwestzentrum geplant worden sei. „Da wurde von Anfang an ein U-Bahn-Anschluss mitgedacht“, lobt Al-Wazir. Obwohl immer mehr Menschen Waren im Netz bestellen, die Umsätze des Online-Handels stark steigen, sei ihm „nicht bange um die Zukunft des Einzelhandels“, sagte Al-Wazir im Nordwestzentrum. „Am Ende ist es doch so, dass die Menschen sich treffen und reden wollen.“

Auch der Geschäftsführer des in den 1980ern mit einem Glasdach versehenen, Anfang der 2000er deutlich erweiterten Zentrums, Georg Lackner, sieht das Shopping-Center trotz der in den vergangenen Jahren massiv gestiegenen und nach allen Prognosen weiter steigenden Online-Umsätze gut gerüstet. Dieses sei, wenn das Angebot gut und vielfältig bleibe, für die Kunden als ein „analoges Portal“ eine gute Alternative zum Einkaufen per Mausklick. Die meisten Mieter vertrieben auch selbst Waren über das Internet, hätten zum Teil eigene Portale. Wie in anderen Einkaufszentren gewinne aber auch im Nordwestzentrum die Gastronomie weiter an Gewicht, sagt Lackner.

Auch die etwa durch die Einkaufszentren „MyZeil“ und Skyline Plaza größer gewordene stationäre Konkurrenz in der Stadt braucht das Nordwestzentrum nach Ansicht Lackners nicht zu fürchten. „Wir stehen da wie der Fels in der Brandung“, sagt der 64-Jährige. Das Zentrum ziehe täglich 45 000 bis 60 000 Besucher an, auch bei den Umsätzen liege es weit oben, und das ohne zu große Ausschläge. „Das Nordwestzentrum ist absolut stabil am Markt platziert.“

Bis auf drei, vier kleine Flächen gibt es laut Lackner keinen Leerstand im Zentrum. Eine Lücke könnte allerdings die vom Konzern für Ende 2019 angekündigte Schließung des Kaufhofs reißen, der mit 10 000 Quadratmetern einer der Ankermieter im Shopping-Center ist. Die geplanten Fusion der bisher konkurrierenden Warenhausketten Kaufhof und Karstadt habe die Situation geändert, vermutet er. Er könne sich vorstellen, dass der entstehende Anbieter weiter mit einem größeren Warenhaus in einem so großen und erfolgreichen Einkaufzentrum vertreten sein wolle. Karstadt ist im Nordwestzentrum nur mit einem kleineren Karstadt Sport vertreten. mit sabu

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