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Dschungelcamp in Frankfurt Ich bin ein Star ...

Sind Frankfurter Politiker fit für das Dschungelcamp? Wir haben da unsere Zweifel. Die FR-Glosse aus dem Römer.

RTL-Show «Ich bin ein Star - holt mich hier raus»
Reif für das Dschungelcamp? Foto: dpa

Göpfert: Du schaust das? Nicht wirklich.

Leppert: Göpfert, das ist kein Müll. Die internationalen Feuilletons beschäftigen sich mit dieser Sendung.

Göpfert: Die essen da Känguru-Hoden.

Leppert: Das auch.

Morgen, liebe Freundinnen und Freunde der Kommunalpolitik, beginnt das Dschungelcamp. Sie wissen schon, diese Sendung auf RTL, wo Menschen, die sich Stars nennen, im australischen Dschungel leben und sich gegenseitig mobben und sich ein Plumpsklo teilen und beim Duschen unter dem Wasserfall gefilmt werden und ständig eklige Dinge tun müssen. Meistens geht es darum, etwas zu essen, bisweilen werden die Kandidaten aber auch mit Ungeziefer übergossen.

Eigentlich ist es schade, dass niemand von unseren Politikern dabei ist. Bitte? Wieso finden Sie die Idee abwegig? Klar, das sind keine Stars im Sinne von Justin Timberlake, Tom Cruise und Ante Rebic. Aber dann machen wir doch mal den Test. Kennen Sie Uwe Becker, Mike Josef und Ina Hartwig? Und kennen Sie Felix van Deventer, Domenico de Cicco und Evelyn Burdecki? Sehen Sie. Die Leute in der erstgenannten Gruppe sind Ihnen bestens bekannt, weil sie in der Frankfurter Politik wichtige Funktionen haben. Die übrigen drei Herrschaften nehmen am Dschungelcamp teil. So viel zur Frage, wer ein Star ist.

Allerdings haben sich unsere Politiker wohl durchaus beworben und sogar an einem Casting teilgenommen. Das Protokoll dieses Treffens ging uns wieder einmal total anonym zu. Wir veröffentlichen es, ohne es auf Echtheit zu prüfen.

Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD): „Leute, damit eines klar ist, wir fliegen in der Holzklasse nach Australien. Luxusreisen gibt es mit mir nicht.“

Bürgermeister Uwe Becker (CDU): „Ich komme nur mit, wenn wir in Israel zwischenlanden und ich für ein Foto mit 25 Soldaten am Raketenabwehrsystem aussteigen darf.“

Manuel Stock (Grüne): „Leute, viel wichtiger sind doch die Ekelprüfungen. In der Regel wird immer dieselbe Person nominiert. Ich hoffe mal, das wird einer von der AfD.“

Dr. Rainer Rahn (AfD): „Mich kann man nicht nominieren, ich bin Dr. Bob, der Arzt, dem die Stars vertrauen.“

Horst Reschke (AfD): „Der ist Ausländer, oder?“

Umweltdezernentin Rosemarie Heilig (Grüne): „Findet ihr es eigentlich gut, Kakerlaken zu essen?“

Michael zu Löwenstein (CDU): „Wenn es dir nicht passt, nimm dir doch eine Nilgans mit.“

Stefan von Wangenheim (FDP): „Lieber so eine grüne Wand, das ist wohl abartig warm da unten.“

Annette Rinn (FDP): „Ich habe ja etwas Angst vor den albernen Spielen, die wir da bestimmt machen müssen.“

Ordnungsdezernent Markus Frank (CDU): „Ich habe übrigens schon wieder eine Spielhalle geschlossen. Fehlen noch 298.“

Thomas Dürbeck (CDU): „Sport treiben, wir müssen dort viel Sport treiben.“

Markus Frank: „Geht nicht, das ist eine Grünfläche, und wenn die uns dabei filmen, treiben wir Sport zwecks kommerzieller Nutzung. Das ist verboten.“

Allgemeine Ernüchterung macht sich breit. Mit den Stimmen der schwarz-rot-grünen Koalition (plus Bernhard Ochs) einigt man sich darauf, sich in diesem Jahr nicht zu bewerben. Unsere Politiker verabreden sich zum Public Viewing der ersten Folge. Freitag auf der Rennbahn.

Claus-Jürgen Göpfert und Georg Leppert berichten für die Frankfurter Rundschau aus dem Römer.

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