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Dreharbeiten in Frankfurt Frankfurt für Bleibtreu der perfekte Drehort

Moritz Bleibtreu dreht seit Mitte September den Kinostreifen „Nur Gott kann mich richten“ in Frankfurt und Offenbach. Das Bahnhofsviertel erinnert ihn an seine Kindheit.

Hauptdarsteller Moritz Bleibtreu (l.) und Regisseur Özgür Yildirim drehen beide zum ersten Mal in Frankfurt. Foto: Peter Jülich

Moritz Bleibtreu nutzt den 30-Sekunden-Lauf zwischen Gruppenbild-Posen für die Fotografen in der Shisha-Bar an der Staufenmauer und Interview-geben beim Griechen gegenüber für ein paar Züge an seiner Zigarette. Der 45-jährige Schauspieler (Das Experiment, Der Baader- Meinhof-Komplex) trägt schwarze Lederjacke und Jeans an diesem Mittwochmittag. Seit Mitte September dreht er in Frankfurt und Offenbach das Gangsterdrama „Nur Gott kann mich richten“.

Bleibtreu, der schon mit Brad Pitt drehte, spielt Ricky, der nach einem gescheiterten Überfall für seinen Bruder Rafael(Edin Hasanovic) und Kumpel Latif (Kida Khodr Ramadan) den Kopf hinhält. Als er aus dem Knast ist, will Laif sich für Rickys Gefängniszeit revanchieren. Mit einem scheinbar letzten sicheren Ding.

Doch dann taucht die Polizisten Diana auf ... 350 000 Euro Förderung gab es von HessenFilm und Medien. „Wir wollten unbedingt, dass die Geschichte in Frankfurt spielt, denn es gibt in Deutschland keine andere Stadt, die eine so kalte urbane Welt rüber bringen kann.“ Das Einzigartige sei, dass es so ein großes und sichtbares Rotlicht- und Drogenmilieu gebe. „Im Bahnhofsviertel werden offen Drogen konsumiert, und überall liegen Spritzen rum“, sagt Bleibtreu, der auch Koproduzent des Films ist. „Das erinnert mich an das St. Georg der 80er. In dem Hamburger Bahnhofsviertel bin ich aufgewachsen, und da sah es vor meiner Haustür genauso aus. Mittlerweile ist es durch die Gentrifizierung ein Szeneviertel. Der Unterweltanteil ist da verschwunden“, erzählt Bleibtreu.

Die Unterwelt mit ihren eigenen Regeln sei so spannend wie angsteinflößend für all die, die „in bürgerlichen Verhältnissen“ aufgewachsen seien. Viele Szenen spielen im Bahnhofsviertel. „Klar haben wir dabei schon große Aufmerksamkeit erregt“, sagt Bleibtreu. Der Radioreporterin will er deshalb lieber nicht verraten, wo er abends zum Chillen seinen Ebbelwei trinkt. Noch zwei Wochen laufen die Dreharbeiten, dann geht es für ein paar Szenen nach Hamburg. Bleibtreu findet, dass es auch „süße Wohngegenden“ in Frankfurt gibt. „Es ist mein erster Film, den ich in hier drehe. Bei der Suter-Verfilmung ,Die dunkle Seite des Mondes‘, die zwar in Frankfurt spielt, sind wir nur für die Außenaufnahmen kurz hergefahren“, so Bleibtreu. Schon in den 90ern begeisterte er als Gangster Abdul und brachte die sogenannte „Kanak-Sprak“ auf die Leinwand.

Gerade hat er die Fortsetzung der legendären Kiffer-Komödie Lammbock namens Lommbock abgedreht. „Nur Gott kann es richten“ ist kein Film, in den man reingeht, wenn man lachen will. „Klar gibt es ein paar leichte Momente, aber hauptsächlich ist es Blut, Schweiß und Tränen“, sagt Bleibtreu.

Inszeniert wird der Gangsterfilm, der im September 2017 in die Kinos kommt, von Regisseur und Drehbuchautor Özgür Yildirim. „Frankfurt ist für mich das Boston Deutschlands, denn dort spielen die meisten Hollywood-Gangsterfilme.“ Mit Bleibtreu drehte er bereits den gefeierten Gangsterfilm Chiko im Jahr 2008.

Überhaupt spielt Bleibtreu sehr oft und gerne Gangster. Warum? „Ich bin mit Filmen wie Taxi Driver oder Scarface aufgewachsen“, sagt er. „Und wie gesagt bin ich in der Nähe der Hamburger Unterwelt großgeworden. Man hat immer eine Affinität zu dem, was man kennt.“ Gangsterrapper Xatar, der schon wegen eines Goldtransporter-Überfalls im Gefängnis saß, und Rapper SSIO haben einen Cameo-Auftritt im Film. „Sie spielen zwei böse Jungs“, so Bleibtreu. Und sie liefern den Soundtrack.

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