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Frankfurt Nied Bauprojekte gehen keinen Schritt voran

2012 hat sich die FR vor Ort in Nied angehört, wo es Probleme gibt. Was ist seitdem passiert? Große Bauprojekte stocken. Und Besserung ist nicht in Sicht.

29.01.2013 19:55
Timur Tinç
Weit hinten auf der Prioritätenliste der Stadt: Kreuzung Nieder Tor. Foto: Andreas Arnold

2012 hat sich die FR vor Ort in Nied angehört, wo es Probleme gibt. Was ist seitdem passiert? Große Bauprojekte stocken. Und Besserung ist nicht in Sicht.

In Nied herrscht Ernüchterung. Seit Jahrzehnten wird im Stadtteil das fehlende Engagement der Stadt angeprangert. So auch im vergangenen Jahr am Stand der Frankfurter Rundschau vor Ort. Doch bei den großen Projekten hat sich seither rein gar nichts getan: Weder bei der Umgestaltung des Nieder Tores und der Straße Alt-Nied noch beim Bahnübergang an der Oeserstraße oder der Versetzung der Straßenbahnschienen in der Mainzer Landstraße in Mittellage.

„Der Ort gammelt vor sich hin“, ärgert sich Martin Hinz von der Arbeitsgemeinschaft „Ideen für Nied“. Auch der Vorsitzende des Vereinsrings, Helmut Grohmann, ist enttäuscht von der Stadt. „Es wurde der ein oder andere Bericht geschrieben“, sagt Grohmann. „Es geht aber keinen Schritt voran.“

Grund zur Hoffnung auf baldige Veränderungen macht auch der Magistrat nicht. Das Nieder Tor – die Kreuzung Alt-Nied, Nieder Kirchweg und Mainzer Landstraße – steht wie die Straße Alt- Nied auf der Projektliste „Schöneres Frankfurt“. „Die Exploration läuft“, teilt Mark Gellert, Sprecher von Planungsdezernent Olaf Cunitz (Grüne) dazu mit. Heißt im Klartext: Es gab ein paar Gespräche, aber nichts Konkretes.

„Die beiden Projekte werden ohnehin nicht mit der höchsten Priorität bearbeitet“, so Gellert weiter. Von 50 Projekten stehen das Nieder Tor und die Straße Alt-Nied auf Position 34 und 38. „Der Baubeginn ist völlig offen“, sagt Gellert. Das Problem sei, dass die auf der Liste höher eingestuften Projekte „noch nicht ganz abgearbeitet sind“. Und da die Finanzen und das Personal knapp sind, werde es noch eine Weile dauern, bis Nied drankomme.

Wann die Unterführung am Bahnübergang der Oeserstraße umgebaut werden kann, ist ebenfalls völlig offen. „Wir haben die Vorplanung vorgelegt“, berichtet Verkehrsdezernent Stefan Majer (Grüne). Im März soll sie den Bürgern vorgestellt werden. Bevor es jedoch in die nächste Planungsphase geht, müssten zunächst die sicherheitstechnischen Details mit der Deutschen Bahn abgestimmt werden. Die Festlegung für eine Sperrphase des Schienenverkehrs könne sich noch eine Weile hinziehen. „Und das Projekt muss auch bezahlt werden“, merkt Majer an. Ohne finanzielle Unterstützung vom Land Hessen sei die geplante Unterführung nicht möglich.

Geld fehlt auch für den behindertengerechten Umbau der Straßenbahnhaltestellen. „Das ist ein Zustand hier in Nied“, sagt Hinz kopfschüttelnd. Das gelte auch für den sozialen Zusammenhalt im Stadtteil, „der den Bach runtergeht“. Er wäre sehr dafür, dass das Programm „Aktive Nachbarschaft“ nach Nied kommt.

Ferner fordert die Arbeitsgemeinschaft „Ideen für Nied“, dass der Verkehrskreisel an der Tillystraße endlich gebaut wird. Bereits im November 2011 hieß es von der Stadt, dass die Vorplanung weiterentwickelt worden sei. Da der Magistrat auch ein Jahr später keinen Bericht vorgelegt hat, wurde im vergangenen November im Verkehrsausschuss beschlossen, dass der Bericht spätestens in drei Monaten vorlegen muss.

Der Stadtbezirksvorsteher für Nied-Süd, Andreas Welcher, kritisiert, der Fokus der Stadt liege zu sehr auf Höchst, wenn es um den Frankfurter Westen geht. „In Höchst gibt es ein Planungsbüro und Fördermittel für Hausbesitzer“, sagt Welcher. Darunter leide auch der Einzelhandel in Nied. Die tristen Fassaden locken kaum Gewerbetreibende in den Stadtteil. „Es muss sich endlich etwas tun“, sagt Martin Hinz.

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