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Frankfurt - Kalbach No Exit A661

Die Autobahn-Auffahrt im Norden Frankfurts bleibt vorerst dicht. Die Politiker vor Ort setzen vage auf den Bund als Initiator einer Wiedereröffnung. Doch die Kommune müsste auch dann den Großteil der Kosten übernehmen. Und deshalb bleibt Kalbach abgeschnitten.

05.02.2013 20:34
Marek Fritzen
Die A661-Ausfahrt vorige Woche - zugeschneit, weil gesperrt. Foto: Christoph Boeckheler

Die Autobahn-Auffahrt im Norden Frankfurts bleibt vorerst dicht. Die Politiker vor Ort setzen vage auf den Bund als Initiator einer Wiedereröffnung. Doch die Kommune müsste auch dann den Großteil der Kosten übernehmen. Und deshalb bleibt Kalbach abgeschnitten.

Der Weg in die Innenstadt könnte so einfach sein für alle Kalbacher. Mal eben die Kalbacher Hauptstraße hinunter und an der Anschlussstelle Kalbach/Bonames auf die A 661 - in wenigen Minuten wäre man auf der Friedberger Landstraße. Doch wie gesagt, es könnte so einfach sein, ist es aber nicht.

Denn wie nicht nur die Kalbacher, sondern auch viele Harheimer und Bonameser wissen, ist die Autobahnauffahrt seit nun fast schon acht Jahren geschlossen. Die Begründung des Bundes damals: Der Abstand zwischen den Anschlussstellen Nieder-Eschbach, Kalbach/Bonames und Heddernheim sei zu gering. Seit 2005 müssen die Autofahrer daher die Anschlussstelle Nieder-Eschbach nutzen, was speziell in den Morgen- und Abendstunden zu einem Verkehrschaos im Gewerbegebiet am Martinszehnten führt.

Die CDU ist optimistisch

Wie sehr die geschlossene Auffahrt die Menschen in Kalbach nach wie vor bewegt, war im letzten Jahr am FR-Stand vor der Sankt Laurentiuskirche zu erkennen. Die übereinstimmende Meinung bei den Bürgern damals: Die Anschlussstelle muss wiedereröffnet werden. Dies ist auch die fraktionsübergreifende Meinung im Ortsbeirat. So setzt sich Jan Schneider, der CDU-Fraktionschef im Ortsbeirat 12 und Mitglied des Landtages in Wiesbaden, für die Wiedereröffnung ein. Er sagt: „Ich bin optimistisch, dass da was passiert.“

Konkret wird er allerdings nicht. „Ich möchte mich nicht festlegen, denn das ganze Projekt darf kein Schnellschuss werden.“ Es müsse vor allen Dingen darum gehen, die Wiedereröffnung in einem vernünftigen finanziellen Rahmen zu halten und den Bund daran zu beteiligen. „Wir müssen versuchen, den Bund mit ins Boot zu holen.“ Wie genau das aussehen könnte, bleibt unklar. Sicher ist nur, dass die Stadt den Großteil der Kosten für die Wiedereröffnung tragen müsste.

Gespräche mit dem Land

Viel mehr Hoffnung kann auch Jens Wöbbeking vom städtischen Referat für Mobilitäts- und Verkehrsplanung den Kalbachern derzeit nicht machen. Wöbbeking erklärt: „Es gibt den Beschluss, die Anschlussstelle wieder zu eröffnen. Wir haben bereits Gespräche mit dem Land geführt und uns Unterstützung geholt.“ Die Stadt könne die Kosten der Wiedereröffnung allerdings nicht alleine schultern. Wöbbeking sieht daher besonders den Bund in der Pflicht. Er sagt: „Wir arbeiten darauf hin, dass der Bund einen Großteil der Kosten hinzusteuert.“

Denn sollte die Anschlussstelle tatsächlich wiedereröffnet werden, so bliebe es nicht nur bei einer „grundlegenden Erneuerung“ der Auf- und Abfahrt, wie Wöbbeking erläutert. Zusätzlich müsste der Standstreifen als dritte Fahrtspur umgebaut werden. Außerdem müssten Schilderbrücken errichtet werden, die den Verkehrsfluss regeln. Wie teuer das alles werden könnte, steht noch nicht fest. Und zur Frage nach einem Zeitplan sagt Jens Wöbbeking nur soviel: „Kurzfristig wird erst einmal nichts passieren.“ Es scheint so, als bliebe der schnelle Weg auf die A661 für alle Pendler aus Kalbach, Harheim und Bonames weiterhin ein Traum.

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