Lade Inhalte...

Frankfurt-Kalbach im Fokus Unter dem Richtwert

In einem ehemaligen Supermarkt bietet die Karbbelstube Bachflöhe Platz für 40 Kinder unter drei Jahren. Bis April sollen sie komplett belegt sein. Mit der evangelischen Tagesstätte, die 24 Plätze anbietet, ist der Stadtteil dann gut versorgt. Das war nicht immer so: Erst der Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz habe der Stadt auf die Sprünge geholfen, sagtb der Kinderbeauftragte.

Guter Dinge - die Kinder der Biber- und Libellengruppe. Foto: Peter Jülich

Kaja ist ein „Fisch“. Und Fische lieben Wasser. Deshalb steht das Mädchen im Gruppen-Waschraum der Krabbelstube Bachflöhe und füllt Wasser in Becher. „Ihr gefällt das sehr gut“, sagt Vater Jörn Volckmann, der seiner 20 Monate alten Tochter während der Eingewöhnung zur Seite steht. Für Kaja ist es nämlich erst der zweite Tag in der neuen Umgebung. Zuvor hat sie eine Einrichtung in Eschersheim besucht.

Die Krabbelstube Bachflöhe gibt es seit November. Das Beratungs- und Verwaltungszentrum hat auf der Straße Zum Bergwerk einen Supermarkt zu einer Einrichtung für Kleinkinder umfunktioniert – mit 40 Plätzen für unter Dreijährige. 24 Kinder sind schon da und werden in vier Gruppen betreut: Frösche, Biber, Libellen und Fische. „Es werden jede Woche mehr“, sagt Leiterin Nina Lober. „Unsere Warteliste wächst täglich.“ Bis Ende April sollen auch die restlichen 16 Plätze belegt sein.

Von Null auf 43 Prozent

Die Einrichtung ist bisher die einzige in Kalbach, die U 3-Plätze anbietet. Dabei gibt es in Deutschland seit August 2013 einen Rechtsanspruch auf einen Krippenplatz. Der städtische Kindertagesstätten-Entwicklungsplan sieht für kommendes Jahr einen Versorgungsgrad von 43 Prozent vor. Kalbach, wo nach Angaben des Bildungsdezernats 160 Kinder unter drei Jahren leben, zumindest nach Stand 1. November 2013, war bis November einer der wenigen Stadtteile mit einer Versorgungsquote von null Prozent. Und das, obwohl Kalbach gerne als kinderfreundlicher Stadtteil bezeichnet wird.

„Der Ortsbeirat fordert schon seit 2007, in Kalbach Krippenplätze einzurichten“, sagt der Kinderbeauftragte für den Stadtteil, Stefan Müller. Die Stadt sei aber erst aktiv geworden, nachdem die Bundesregierung den Rechtsanspruch festgelegt habe. „Wir liegen hinter den selbst gesteckten Zielen zurück“, sagt Müller und fügt hinzu: „Wir sind aber auf einem guten Weg.“ Dafür sorgt die evangelische Kindertagesstätte Krambambuli, die nach ihrem Umbau 24 Betreuungsplätze bereitstellen wird.

Die Arbeiten haben sich um zwölf Wochen verzögert und werden nicht vor Ende Oktober abgeschlossen sein. Die Versorgungsquote erhöht sich dann auf 40 Prozent, rechnet die Referentin im Bildungsdezernat, Elke Voitl, vor. „Wir haben in Kalbach in kurzer Zeit ordentlich aufgeholt.“
30 U 3-Plätze hätte es auch im Kinder-Förderzentrum Therapeutisches Reiten geben sollen, wo der Verein zur Förderung der Integration Behinderter Taunus eine Reithalle zu einer integrativen Kita umbauen möchte. Die Arbeiten durften aber nicht beginnen, weil das Landschaftsschutzgesetz der Genehmigung eines Bauantrags entgegensteht.

Viele Eltern, die für die Betreuung nicht in andere Stadtteile oder ins Umland ausweichen möchten, haben sich nach Tagesmüttern umgeschaut, sagt Krabbelstubenleiterin Lober. „Die Alternativen sind da“, sagt auch der Kinderbeauftragte Müller. „Es gibt noch freie Plätze.“

Die Zeitung für Menschen mit starken Überzeugungen.

Multimedia App E-Paper
App
Online Kundenservice Abo-Shop
Ok

Um Ihnen ein besseres Nutzererlebnis zu bieten, verwenden wir Cookies. Durch Nutzung unserer Dienste stimmen Sie unserer Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen