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Frankfurt-Goldstein Autos und Flieger nerven Bürger

Auto- und Flugzeuglärm macht den Goldsteinern zu schaffen. Seitdem auch noch eine Schallwand am Flughafen zwischen Schwanheim und Kelsterbach aufgerissen wurde, hört man die Turbinen der Flugzeuge verstärkt. Stadtteilpolitiker fordern mehr Schutz vor Lärm und fühlen sich vom Land alleingelassen

05.03.2013 20:23
Timur Tinç
An der Straßburger Straße entsteht nicht nur die neue Abfahrt der Autobahn 5; hier endet auch die Lärmschutzwand. Foto: Alex Kraus

Auto- und Flugzeuglärm macht den Goldsteinern zu schaffen. Seitdem auch noch eine Schallwand am Flughafen zwischen Schwanheim und Kelsterbach aufgerissen wurde, hört man die Turbinen der Flugzeuge verstärkt. Stadtteilpolitiker fordern mehr Schutz vor Lärm und fühlen sich vom Land alleingelassen

Das Brausen, Dröhnen und Rauschen hören die Bürger in Goldstein permanent. Ob von der Autobahn 5 oder von den Flugzeugen, „wir werden vom Lärm beglückt“, sagt Sozialbezirksvorsteher Helmut Frank mit einer Portion Sarkasmus.

Immerhin ist der Lärm von der Autobahn ein bisschen weniger geworden, nachdem die Lärmschutzwand vom Main bis zur Goldsteinstraße kürzlich erneuert und erhöht wurde. „Das ist schon mal positiv, aber die Lärmschutzwand hätte man über die Straßburger Straße hinaus verlängern müssen“, findet Jörg Löllmann, der Fraktionsvorsitzender der CDU im Ortsbeirat 6. Dem stimmt auch Michael Wanka zu.

Der Austausch der Lärmschutzwand sei aber keine Maßnahme nach dem Lärmaktionsplan, „sondern war aufgrund der maroden vorhandenen Lärmschutzwand erforderlich“, sagt der stellvertretende Ortsvorsteher des „Sechsers“. Der SPD-Politiker kritisiert vor allem die Entscheidung der hessischen Landesregierung zur Aufhebung des Tempolimits von 120 auf der A5.

Robert Lebowitsch von der Arbeitsgemeinschaft Lärmschutz im Siedlerbund Goldstein engagiert sich seit Jahren für eine Verminderung des Lärms. Er hatte kürzlich ein Gespräch mit dem hessischen Staatsminister für Bundesangelegenheiten, Michael Boddenberg (CDU). Dabei hat ihm dieser mitgeteilt, dass kein Geld für die Verlängerung der Lärmschutzwand zur Verfügung steht. Er kritisiert, dass Goldstein nicht in den Lärmaktionsplan des Landes Hessen aufgenommen worden ist, obwohl über 800 Goldsteiner Stellungnahmen an das Regierungspräsidium in Darmstadt (RP) geschickt und für eine Temporeduzierung auf der A5 plädiert hatten.

Im Gespräch mit Michael Boddenberg ging es auch um den zunehmenden Fluglärm seit der Inbetriebnahme der Nordwestlandebahn. „Er hat mir mitgeteilt, dass er sich für die Änderung der Abflugrouten einsetzt“, sagt Lebowitsch. Der hält das aber für „Worthülsen“. Das Hauptproblem sei nämlich nicht der Abflug, sondern der Anflug. „Da werden wir voll beschallt“, berichtet Lebowitsch.

Seitdem auch noch eine Schallwand am Frankfurter Flughafen zwischen Schwanheim und Kelsterbach aufgerissen wurde, höre man die Turbinen der Flugzeuge verstärkt. Dass der Lärm in näherer Zukunft weniger wird, glaubt in Goldstein niemand.

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