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Frankfurt - Ginnheim Guerilla mit Lizenz zum Gärtnern

Reden nützt was: Die Pläne für eine billige, aber effektive Verschönerung des Ginnheimer Kirchplatzes nehmen Gestalt an - auch, weil die FR die Idee zum Thema gemacht hat. Und die Lokalpolitik unterstützt das Urban-Gardening-Projekt zweier Anwohner nun auch.

Am FR-Stand in Ginnheim.

Reden nützt was: Die Pläne für eine billige, aber effektive Verschönerung des Ginnheimer Kirchplatzes nehmen Gestalt an - auch, weil die FR die Idee zum Thema gemacht hat. Und die Lokalpolitik unterstützt das Urban-Gardening-Projekt zweier Anwohner nun auch.

Der Ginnheimer Kirchplatz soll endlich verschönert werden. Eine gute Nachricht. Das fanden zumindest die Besucher, die es am Mittwochnachmittag trotz kaltem Dezemberwetter zum FR-Stand an den Rand der Ginnheimer Landstraße verschlagen hatte. In Zusammenarbeit mit dem „Stadtlabor unterwegs“ haben zwei Anwohner ein Konzept entwickelt, das den Platz für kleines Geld zumindest temporär in einen mit Pflanzkästen bestellten Nutzgarten verwandeln soll. Jeder soll hier gärtnern können. Leben soll wieder einkehren. Urban Gardening heißt das.

„Wir finden das gut und wollen das Projekt gerne unterstützen“, sagt Rachid Rawas. Der Fraktionsvorsitzende der SPD-Fraktion im Ortsbeirat spricht damit auch für die anderen Parteien, die – bis auf die Linke – am Stand mit Ortsbeiratsmitgliedern vertreten sind.

Blumenbeet im Einkaufswagen

Auch Elke Peters findet, dass die Idee des gemeinschaftlichen Gärtnerns im öffentlichen Raum gut zu Ginnheim passen würde. „Bei dem Platz ist ja schon so viel falsch gemacht worden“, sagt die Alt-Ginnheimerin mit einer abwinkenden Bewegung. Die im Ortsbeirat diskutierten Pläne, den Platz für über 500.000 Euro baulich komplett umzugestalten, findet die Anwohnerin zu großspurig. Aber Pflanzkästen könnte sich Peters gut vorstellen. „Da würde ich auch etwas zu beitragen.“

Ähnlich sieht das Anne Kahn aus der Platensiedlung. Seit Jahren bepflanzt sie dort in Guerilla-Gardening-Manier alte Einkaufswagen mit Blumen. Auch sie ließe sich für Pflanzkästen – sogenannte Gabionen – neben der Bethlehemkirche begeistern.

Der Ortsbeirat macht's möglich

Im Kreis stehend einigen sich die Ortsbeiratsmitglieder schließlich auf eine interfraktionelle Unterstützung des Projektes. Gerne auch mit Mitteln aus dem Ortsbeiratsbudget. Ein Teil der benötigten drei- bis viertausend Euro, so Rawas, könne vielleicht auch aus Töpfen des Frankfurter Programms „Aktive Nachbarschaft“ kommen. Hauptsache, der Kirchplatz werde wieder schöner. Noch vor Weihnachten möchten Inge Cromm (Bild) und Ortsvorsteher Friedrich Hesse (beide CDU) diese Unterstützung bei den zuständigen Ämtern kundtun.

Jan Jacob Hofmann freut sich. Mit seiner Frau Sybille Fuchs hat der Architekt das Projekt angestoßen. Den Anwesenden am FR-Stand schenkt er Sonnenblumensamen. „Der nächste Sommer“, so sagt eine Besucherin daraufhin lachend, der komme ja bestimmt.

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