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Frankfurt - Frankfurter Berg Gepflegte Animositäten

Kein anderer Frankfurter Stadtteil ist so deutlich zusammengstoppelt wie der Frankfurter Berg. Zwischen Arbeiterkolonie von 1937 und ehemaligen US-Kasernen versuchen seine fünf Gebiete einen gemeinsamen - positiven - Nenner zu finden. Negative haben sie schon genug.

22.01.2013 17:19
Jeannette Faure
Der Frankfurter Berg ist seit Jahren verschrien, doch er wandelt sich. Foto: Michael Schick

Noch immer ist die Sicht von außen auf den Stadtteil Frankfurter Berg nicht die allerbeste. „Aber das innere Image des Bergs hat sich positiv entwickelt“, behauptet Michael Bartram-Sitzius, Vorsitzender des Bürgervereins und Ortsbeiratsmitglied (SPD). Vor allem die Hochhäuser hätten ihr Bild gewandelt. „Neben den Mietwohnungen gibt es hier nun auch Eigentumswohnungen, eine gute soziale Durchmischung ist die Folge. Es wird mehr auf das Umfeld geachtet, Verantwortung übernommen“, sagt Bartram-Sitzius.

Das 15. Polizeirevier bestätigt, dass sich die Sicherheitslage im Quartier verbessert hat. „Schade, dass das bei der Stadt noch nicht angekommen ist“, bedauert der Vorsitzende des Bürgervereins.

Es ist schwierig, einen Stadtteil, der erst 1996 gegründet wurde und sich aus Teilen von Bonames, Eschersheim und Berkersheim zusammensetzt, unter einen Hut zu bekommen. Optisch trennen Berkersheimer Weg, Homburger Landstraße und die seit 1850 bestehende Main-Weser-Eisenbahnstrecke die einzelnen Gebiete. Historische Gebäude sind der 1910 erbaute Bahnhof, der früher Bahnhof Bonames hieß und 1986 umbenannt wurde – dafür sorgte auch der Bürgerverein – und das 1913/14 erbaute Kasernengebäude, in dem heute das Prüfungsamt des Bundes seinen Sitz hat.

Widerstand gegen Baumfällungen

1937 wurde die Siedlung gebaut – Basis für den späteren Stadtteil. „Diese Siedlungshäuser sind auf unserem neuen Stadtteilwappen zu sehen“, ergänzt Bartram-Sitzius. Heute hat der Frankfurter Berg mehr als 7000 Einwohner und ist der zweitjüngste Frankfurter Stadtteil, nicht nur wegen der späten Gründung, auch was das Alter der Einwohner angeht. Neben der Siedlung gibt es die ehemalige, 1948 errichtete Bizonale Siedlung, ab 1966 kamen die Hochhäuser dazu, auf dem Gelände der ehemaligen US-amerikanischen Kasernen sowie der Housing Area wurden ab 1992 Wohnungen gebaut. Seit 2004 entsteht die Siedlung Taunusside an der Niddaaue.

Die Verkehrsanbindungen sind gut am Berg, mit der Verlängerung der U 5 von der Endhaltestelle Preungesheim bis zum Bahnhof Frankfurter Berg sollen sie noch besser werden. Das Projekt ist nicht unumstritten. So müssen alte Bäume weichen – seit Jahren Grund für Bürgerproteste.

Ein weiteres Problem am Berg ist der Lärm, für den Straßenverkehr, Autobahn, Eisenbahn und nicht zuletzt die Flugzeuge sorgen. „In den oberen Etagen der Hochhäuser fühlt man sich nachts an den Lärm im Rheintal erinnert. Andererseits hat man von hier einen tollen Blick“, sagt Bartram-Sitzius, der seit 1999 am Berg wohnt und dem 1953 gegründeten Bürgerverein mit etwa 180 Mitgliedern seit dem vergangenen Jahr vorsteht.

Der Rewe als Ortsmitte

Der Verein versucht, die fünf Gebiete am Berg – das Hilgenfeld, die Hochhäuser, die ehemalige Bizonale Siedlung, die Siedlung im Norden und Edwards Garden – zusammen zu bringen. „Animositäten gegeneinander wurden gepflegt. Das wollen und müssen wir ändern“, unterstreicht Bartram-Sitzius.

Deshalb war ein Treffpunkt wichtig. Mit der Errichtung des Rewe-Marktes 2010 zwischen Homburger Landstraße, Berkersheimer Weg, Sonnentaustraße und Malvenweg gab es die Chance für eine neue Ortsmitte. Der seit 2011 aufgestellte Bücherschrank im Malvenweg wird gern und oft besucht, fungiert als Treffpunkt. „Es ist unheimlich viel passiert in den letzten Jahren, hauptsächlich durch die Arbeit der Vereine“, stellt der Vorsitzende des Bürgervereins fest.

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