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OB Feldmann zu Fall Wevelsiep OB will Begleiter in allen U-Bahnen

Nun reagiert auch Oberbürgermeister Peter Feldmann auf den Fall Wevelsiep. Er hält es für nötig, dass ständige Begleiter abends in den U-Bahnen mitfahren. Überwachungskameras sind für ihn keine Lösung.

13.11.2012 07:49
OB Peter Feldmann will die Ausbildung der Kontrolleure verbessern und setzt noch mehr auf Deeskalation. Foto: dapd

Nun reagiert auch Oberbürgermeister Peter Feldmann auf den Fall Wevelsiep. Er hält es für nötig, dass ständige Begleiter abends in den U-Bahnen mitfahren. Überwachungskameras sind für ihn keine Lösung.

Herr Oberbürgermeister, als Sie die Geschichte von Derege Wevelsiep gehört haben, der angibt, von Kontrolleuren beschimpft und von Polizisten zusammengeschlagen worden zu sein, was haben Sie empfunden?

Ich war von der Heftigkeit der gegenseitigen Vorwürfe überrascht. Die Vorgänge müssen dringend aufgeklärt werden, es braucht Transparenz. Es darf hier kein Versteckspiel geben, da setze ich auf die Staatsanwaltschaft.

Kann die Stadt auch die Ausbildung der Kontrolleure verbessern?

Auf jeden Fall. Das Thema Deeskalation gehört bei der Ausbildung auf Tagesordnungspunkt eins. Und es braucht zudem ständige Begleiter, die abends in allen U-Bahn-Wagen mitfahren. Das ist bisher erst zum Teil der Fall.

Wie lässt sich die Atmosphäre gerade am Abend in den Stationen und Bahnen sicherer gestalten?

Ich appelliere an alle, die tagsüber eine Polizei-Uniform tragen, sie auch nach Dienstschluss auf dem Nachhauseweg anzubehalten. Polizisten sollten auch dann als Ansprechpartner für die Menschen zur Verfügung stehen. Dafür dürfen ja auch die hessischen Polizisten und die Bundespolizisten den öffentlichen Nahverkehr kostenlos benutzen.

Helfen mehr Überwachungskameras in den Stationen?

Diese politische Diskussion führen wir ja in Frankfurt schon länger. Ich sage: Kameras, vor denen dann keiner sitzt, um das Bild zu verfolgen, sind nicht der richtige Weg. Was es braucht, sind Menschen, die vor Ort Präsenz zeigen. Es kann nicht das Ziel sein, die Stadt und den öffentlichen Raum mit Kameras zu überziehen.

Sie werden also mit den Verantwortlichen der Verkehrsgesellschaft Frankfurt sprechen?

Ja, ganz sicher. Wir müssen untersuchen, wie wir die Präsenz von Sicherheitspersonal in den Bahnen und Stationen verstärken können.

Wie schätzen Sie denn die derzeitige soziale Situation in Frankfurt ein?

Frankfurt ist grundsätzlich eine friedliche Stadt. Bis auf wenige Konflikte kommen die Menschen aus mindestens 140 verschiedenen Nationen, die hier leben, gut miteinander aus. Und das soll auch so bleiben. Wir wollen und dürfen in Frankfurt nicht bei den schlimmen Zuständen enden, die in den Vorstädten der Metropolen Paris oder London herrschen.

Da ist soziale Prävention nötig.

Davon bin ich überzeugt. Es braucht gerade in den Stadtteilen genügend Ansprechpartner und Betreuer zum Beispiel in den Jugendzentren. Wenn wir hier in unseren Anstrengungen nachlassen, provozieren wir in der Folge Konflikte im öffentlichen Raum und im öffentlichen Nahverkehr.

Das Interview führte Claus-Jürgen Göpfert

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