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Kommunalwahl Frankfurt Streit über den Radverkehr

Was sagen die Parteien zum Thema Radverkehr? Auf einer Veranstaltung des ADFC wurden die Positionen deutlich. Mehr Fahrspuren für Radler zulasten des Autoverkehrs auf der einen, weg von den Hauptstraßen auf der anderen Seite.

19.02.2016 22:29
Alex Wehnert
Wo viele Räder sind, sind auch Stellplätze gefragt. Foto: Michael Schick

Wie es im Radverkehr in Frankfurt weitergeht, wird sich nach der Kommunalwahl zeigen. Auf Einladung des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) stellten die fünf großen Parteien am Donnerstagabend im Bürgerhaus Bockenheim vor vollem Saal ihre Positionen vor. Die wichtigste Frage: Wer bekommt künftig im öffentlichen Raum mehr Platz, Autos, Fußgänger oder Radfahrer.

Aus Sicht von Verkehrsdezernent Stefan Majer (Grüne) ist es dringend nötig, mehr Menschen aufs Rad zu bekommen. „Der Verkehr ist in Zukunft überhaupt nur abwickelbar, wenn sich der Radfahranteil deutlich steigert“, sagte er.

Laut ADFC legen die Frankfurter derzeit 13,5 Prozent ihrer Wege mit dem Rad zurück. Der Verband strebe an, dass sich der Anteil bis 2025 auf 25 Prozent erhöht, sagte Bertram Giebeler vom ADFC, der die Veranstaltung moderierte. Viele Radwege in der Stadt seien nicht mehr zeitgerecht, sagte Majer. Als eine zeitgemäße Verkehrsführung führte er die einspurige nördliche Eschersheimer Landstraße an. Sie biete nun mehr Platz für Radfahrer und Fußgänger. Davon profitierten auch die Geschäftsleute.

Fahrverbot auf der Zeil

Martin Daum (CDU) hielt dagegen. Fahrspuren zu verringern, verhindere einen guten Verkehrsfluss. „Wir können nicht künstlich Staus erzeugen, um die Menschen zum Umsteigen auf andere Verkehrsmittel zu zwingen“, sagte er. Daum setzte sich dafür ein, dass Radfahrer nicht unbedingt auf Hauptstraßen fahren müssten, sondern aus Sicherheitsgründen auf Parallelstraßen ausweichen sollten.

Annette Rinn, Fraktionsvorsitzende der FDP, sprang ihm bei. Sie warb dafür, Bürgersteige und Radwege künftig noch stärker zu trennen. Auf der Zeil könne man das Radfahren während der Öffnungszeiten komplett verbieten und stattdessen über parallele Routen führen. Das fordert auch die CDU in ihrem Wahlprogramm.

Rinn kritisierte außerdem das Vorhaben der Grünen, die Berliner Straße künftig in jede Richtung auf eine Spur für Autofahrer zu verringern. Dem widersprach Peter Gärtner (Linke). „Die Berliner Straße braucht keine fünf Autospuren.“ Da klatschte das Publikum laut. Aus Sicht von Klaus Oesterling, dem SPD-Fraktionsvorsitzenden, haben sich die „Horrorerwartungen“ auf der Eschersheimer Landstraße nicht erfüllt. Er hielt es nicht für machbar, jede Straße in diesem Sinne umzubauen. Den Radverkehr fördern ließe sich hingegen durch mehr Fahrradabstellplätze an Stationen. Auch in die Züge müssten mehr Räder passen.

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