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Frankfurt-Bornheim Wortgefecht am Fünffingerplätzchen

Am Samstag stellen sich Ortspolitiker im Frankfurter Stadtteil Bornheim vor der Kommunalwahl am Sonntag noch einmal zum Wortgefecht am Fünffingerplätzchen. Dazu müssen sie ihr Wahlprogramm gut verinnerlicht haben.

Anfang Februar trafen sich Politiker zum Schlagabtausch auf dem Fünffingerplätzchen. Foto: Monika Müller

Frau Haas, Herr Steul, der Gewerbeverein Bornheim Mitte hat im Mai 2015 das Konzept „Lust auf Leben“ erstellt, um die obere Berger Straße zu beleben. Am Samstag, 13 Uhr, gibt es auf dem Fünffingerplätzchen den zweiten Teil des sogenannten Speakers’ Corners, wo sich Politiker Bürger-Ideen stellen. Das Publikum kann den Kandidaten direkte Fragen stellen...
Haas: …und spontane Antworten herauskitzeln. Der Politiker, der am schnellsten auf einen Buzzer drückt, hat 90 Sekunden Zeit zu antworten. Gut für die, die ihr Programm bereits verinnerlicht haben.

Langsamere dürfen nichts sagen?
Haas: Doch, die können sich danach zu Wort melden.

Die erste Ausgabe Anfang Februar kam bei den Bürgern gut an. Sind Sie zufrieden damit, wie die Aktion läuft?
Steul: Ja. Wir haben mit unserem Konzept Bürger, Stadtteilpolitiker und Gewerbetreibende erreicht und zusammengebracht. Das bindet die Menschen an den Stadtteil. Doch darf die Aktion jetzt nicht versanden.

Der Ortsbeirat 4 hat 30 000 Euro zugesichert, auch das Wirtschaftsdezernat beteiligt sich. Müssen die künftig regelmäßig bezahlen?
Steul: Wir brauchen nicht jährlich Geld. Aber bis das Projekt richtig läuft, ist noch Unterstützung nötig. Das kann der Gewerbeverein nicht alleine leisten. Dauerhaft soll das Projekt so laufen, dass sich Bürger selbst engagieren. Im Idealfall ist dann kein Geld mehr nötig. Problematisch ist derzeit, dass die Stadt das Geld noch nicht freigegeben hat, dass der Ortsbeirat zur Verfügung gestellt hat. Da warten wir jetzt seit vier Monaten darauf und werden nur vertröstet.

Einer der ersten Schritte im Rahmen von Lust auf Leben waren die sogenannten Oasen: Konstruktionen aus Paletten, die zum Teil begrünt wurden. Die sind derzeit keine Augenweide.
Steul: Nein, die sehen zum Teil eher jämmerlich aus. Das liegt auch daran, dass wir zu spät begonnen haben, sie zu begrünen. Doch wir wollten etwas schaffen, das wahrgenommen wird, wo die Menschen verweilen und sich austauschen können – und das kostengünstig ist.

Haas: Da steckt viel Inhalt drin, den die meisten aber nicht kennen. Etwa der Gedanke einer Selbstverpflegung. Wir müssen die Paten aktivieren, dass die sich der Flächen annehmen.

Das heißt?
Haas: An der Oase an der Kirchnerschule etwa werden die Kinder Kräuter und vielleicht Erdbeeren pflanzen – und natürlich auch ernten. Der Station an der Saalburgstraße haben sich die Markthändler angenommen, die an der Höhenstraße betreut der Ortsbeirat. Im März/April, wenn Pflanzzeit ist, sollen alle loslegen.

Die Station am ehemaligen Saturngebäude ist ganz gewichen. Der Eingang verbarrikadiert.
Steul: Ja, das war ein Rückschlag. Dabei haben wir dort sogar extra eine Feuerversicherung abgeschlossen, falls etwas passiert.

Die Bühne am Fünffingerplätzchen dagegen funktioniert, der Vereinsring ist Pate. Wie soll es dort weitergehen?
Haas: Dort haben an jedem ersten Samstag im Monat um 13 Uhr Vereine und Bürger die Möglichkeit, sich kostenlos zu präsentieren. Wir haben das sehr minimalistisch angelegt, um niemanden unter Druck zu setzen.

Sie haben von Bürgern in den vergangenen Monaten knapp 80 Ideen gesammelt, wie die Berger Straße aufgewertet werden kann. Was wünschen sich die Menschen für ihre Berger?
Haas: Es gab Anregungen zu Stadtteilcafés, wo sich alle Schichten treffen können. Andere wollen verkehrsberuhigte Zonen, mehr Grün und Räume zum Verweilen. Aber auch mehr Sauberkeit und weniger Bettler im Stadtteil.

Werden die Anregungen jetzt alle umgesetzt?
Steul: Manche Dinge kann man leichter angehen, wie der Wunsch nach mehr Sauberkeit. Bei anderen muss auch der Ortsbeirat ins Boot geholt werden. Aber auch die Bürger selbst müssen dranbleiben. Nur so kann die Berger Straße auch langfristig belebt werden.

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