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Zukunft der Frankfurter Rundschau „Es gibt berechtigte Hoffnungen"

Es gibt eine gute Chance für die Frankfurter Rundschau. Insolvenzverwalter Frank Schmitt ist da ganz optimistisch. In einem Interview spricht er über den Stand der Verkaufsverhandlungen für Verlag und Druckerei.

10.01.2013 17:08
Das Rundschau-Gebäude in Sachsenhausen. Foto: Peter Jülich

Herr Schmitt, Ende Januar endet das vorläufige Insolvenzverfahren. Wie ist der Stand der Dinge?

Wir haben mit mehreren Interessenten verhandelt, über die Zukunft von Zeitung und Druckerei. Es gibt ernsthafte Interessenten für beide.

Es gibt weiter Verhandlungen auch über den Verlag und die Zeitung?

Ja. Und zwar Verhandlungen mit Erfolgsaussicht.

Welches Stadium haben diese Gespräche?

Wir sind schon sehr, sehr weit. Es werden zur Zeit noch detaillierte Informationen abgefragt. Wir sind im intensiven Austausch und führen konzentrierte Detailgespräche. Wenn erst einmal eine grundsätzliche Einigung erfolgt ist, ist das Erstellen des Kaufvertrages dann nur noch Handwerk.

Sie spüren eine Kaufabsicht bei diesen Investoren?

Ja. Ehe dann konkrete und verbindliche Kaufangebote folgen, müssen wir aber noch die erwähnten Informationen liefern. Das sollte bald erledigt sein.

Wie viel Zeit bleibt tatsächlich noch? Viele Leserinnen und Leser fragen, ob die Frist für Verhandlungen nicht über den 31. Januar hinaus verlängert werden kann.

Ich muss für den laufenden Geschäftsbetrieb der Zeitung und der Druckerei alles bezahlen: vom Papier bis zur Farbe. Wenn ich aber zusätzlich für die Löhne und Gehälter aufkommen muss, reicht das Geld nicht mehr. Der Insolvenzgeldzeitraum ist uns klar vorgegeben. November, Dezember, Januar. Um darüber hinaus weiter zu verhandeln, müssten die Gespräche mit den potenziellen Investoren schon so aussichtsreich sein, dass ich dann zunächst keinem Mitarbeiter kündige.

Bis Ende Januar müssten die Verhandlungen also in jedem Fall kurz vor dem Abschluss sein?

Ja. Im Übrigen: Auch wenn am 30. Januar noch ein neues Angebot eingeht, werde ich darüber noch Gespräche führen. Und wenn es nachts ist. Die erforderliche Vertragsgestaltung ist auch in diesen kurzen Zeiträumen noch umsetzbar. Ich bin nach wie vor optimistisch.

Der Axel-Springer-Verlag als wichtigster Kunde für die Druckerei hat seinen Druckauftrag gekündigt. Ist das zwangsläufig das Aus für die Druckerei?

Wir haben gerechnet. Die Druckerei könnte auch ohne den Druck der Bild-Zeitung weitergeführt werden. Allerdings mit weniger Personal. Ich führe jedoch noch Gespräche mit dem Springer-Verlag. Hier ist das letzte Wort noch nicht gesprochen.

Bis jetzt war auch der digitale Auftritt der FR Gegenstand der Verhandlungen. Ist das weiterhin der Fall?

Ja. Für mich wäre nur der allerletzte Schritt, alleine über einen digitalen Auftritt der Frankfurter Rundschau zu verhandeln. Das verfolgen wir derzeit aber nicht ernsthaft.

Sie haben viele Insolvenzverfahren geführt. Ist es ungewöhnlich, dass es zum jetzigen Zeitpunkt des Verfahrens noch so viele offene Fragen gibt?

Nein. Das ist nicht ungewöhnlich. Die Weihnachtsferien haben uns zeitlich etwas zurückgeworfen. Es ist aber völlig normal, dass sich die Dinge spät entscheiden. Es gehört zum Geschäft, dass dann in nächtlichen Verhandlungen in letzter Minute entschieden wird. Ich glaube nach wie vor an eine Rettung.

Wie lautet Ihr Fazit?

Die Verhandlungen dauern noch an. Mit Aussicht auf Erfolg. Ich werde bis zum Schluss verhandeln. Es gibt berechtigte Hoffnung, dass die Frankfurter Rundschau auch nach dem 31. Januar erscheint.

Das Interview führten Rouven Schellenberger und Claus-Jürgen Göpfert.

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