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Einheitsfeier Bouffier lädt Flüchtlinge ein

Offizielle Staatsakte mit der politischen Prominenz und Bürgerfest für 1,5 Millionen - das Wochenende wird für Frankfurt eine besondere Herausforderung. Unter dem Motto "Grenzen überwinden" sollen auch Flüchtlinge an der Einheitsfeier teilnehmen. Eine Migrantin aus Eritrea spricht beim Festgottesdienst im Dom.

Was für's Auge - die Lichtinstallation an der Paulskirche. Foto: Peter Jülich

Um 9.45 Uhr beginnen die Glocken der Frankfurter Innenstadt-Kirchen zu läuten, die Paulskirche zuerst. Für die Menschen in Frankfurt ist es das Signal am 3. Oktober: Die zentrale Feier zum 25. Jubiläum der Deutschen Einheit hat begonnen.

Zu diesem Zeitpunkt werden die „Verfassungsorgane“, wie es im Protokoll-Deutsch heißt, schon die Paulskirche betreten haben. Im leeren Kuppelbau tragen sie sich in das Goldene Buch der Stadt ein: Bundespräsident Joachim Gauck, Bundeskanzlerin Angela Merkel, der Präsident des Bundesverfassungsgerichts, Andreas Voßkuhle, und Bundestagspräsident Norbert Lammert.

Dieses Quartett wird sich auch in den kommenden Stunden nicht aus den Augen verlieren, Gleiches gilt für die Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten der 16 Bundesländer. Die gesamte politische Führungsspitze der Bundesrepublik versammelt sich am 3. Oktober in Frankfurt, während zugleich unter dem Motto „Grenzen überwinden“ 1,5 Millionen Menschen in der Stadt feiern sollen.

Predigt vom Kirchenpräsidenten

Von der Paulskirche wechselt die Prominenz hinüber zum Dom, wo der feierliche Gottesdienst ansteht, und von dort wiederum zum eigentlichen Festakt in der Alten Oper. Im Dom hält Volker Jung, der Präsident der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau, die Predigt – von ihm sind deutliche Worte zu erwarten, die auch die Lage der Flüchtlinge nicht aussparen. Eine Migrantin aus Eritrea, die schon länger in Deutschland lebt, wird einen Teil des Gottesdienstes übernehmen. Und Samuel Koch ist dabei, seit seinem waghalsigen Sprung bei der Fernsehshow „Wetten, dass?“ querschnittsgelähmt – er spricht zum Motto des Tages: „Grenzen überwinden“.

In der Alten Oper stehen später der Bundespräsident und der hessische Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU), zugleich Bundesratspräsident, im Mittelpunkt. Während sie sprechen, darf Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) leider nicht reden – er ist schließlich kein Verfassungsorgan. In letzter Minute hatte Bouffier noch 30 Flüchtlinge zu den Feierlichkeiten eingeladen: Wo und wie sie allerdings an diesem Tag gewürdigt werden, ist derzeit unklar.

Licht- und Tonspektakel

Dom, Alte Oper und Paulskirche stehen nur geladenen Gästen offen. In der Stadt lockt ein Festprogramm mit zahlreichen Bühnen auf allen wichtigen Plätzen der City, mit insgesamt 300 Programmpunkten, mit Musik und kulinarischen Angeboten. Die Zelte der 16 Bundesländer stehen entlang der innerstädtischen Mainufer.

Ein Höhepunkt des Bürgerfestes soll am 3. Oktober abends bei Einbruch der Dunkelheit erreicht werden. Mit einer Licht- und Toninszenierung schlagen dann Fachleute 23 symbolische Brücken über den Main. Die nationale Hauptbühne vor der Alten Oper lockt mit Auftritten des Rappers Cro, der Sängerin Sarah Connor und des Entertainers Roger Cicero.

Frankfurt präsentiert sein Kulturprogramm auf der Hauptwache. Der Paulsplatz wird an diesem Wochenende zum „Platz der Einheit“. So wollte ihn die Frankfurter CDU schon vor 25 Jahren taufen, konnte sich aber damals gegen die rot-grüne Mehrheit im Stadtparlament nicht durchsetzen. Der Liebfrauenberg zeigt sich als „Platz der Geschichte“ und gibt einen Einblick zum Beispiel in die Arbeit der Stasi-Unterlagenbehörde.

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