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Kommentar zu Blockupy Frankfurt Schuld sind immer die Anderen

Kein Bedauern, kein Verständnis für die Demonstranten: Nach der Sprengung der Blockupy-Proteste zeigt sich die Frankfurter Polizeiführung von ihrer arroganten Seite.

Offenbar finden Innenministerium und Polizeiführung es verhältnismäßig, wegen einiger potenzieller Krawallmacher eine ganze Demonstration zu verhindern. Foto: Sascha Rheker

Kein Bedauern, kein Verständnis für die Demonstranten: Nach der Sprengung der Blockupy-Proteste zeigt sich die Frankfurter Polizeiführung von ihrer arroganten Seite.

Kein Wort des Bedauerns. Kein Satz der Polizeiführung dazu, dass mehrere Hundert Menschen durch Schlagstöcke und Pfefferspray verletzt wurden. Kein bisschen Verständnis für den Frust von Leuten, die am Samstag gegen die europäische Krisenpolitik demonstrieren wollten und nach Stunden des Wartens unverrichteter Dinge wieder nach Hause gehen mussten. Nur immer wieder die Rechtfertigung für das eigene Tun. Alles war gut, wir würden wieder so handeln.
Die Frankfurter Polizeiführung hat sich am Montag von ihrer arroganten Seite gezeigt. Das könnte man mit der Phrase abtun, wonach der getroffene Hund immer besonders laut bellt, würde nicht die Gefahr bestehen, dass sie beim nächsten Mal tatsächlich wieder so handelt. Und das stimmt bedenklich.

Wenig Vertrauen in die eigenen Leute

Offenbar glauben Innenministerium und Polizeiführung wirklich, es sei verhältnismäßig, wegen einiger potenzieller Krawallmacher eine ganze Demonstration zu verhindern. Denn faktisch hat die Polizei nichts anderes gemacht. Sie hat den Zug an einer der engsten Stelle gestoppt, so dass niemand mehr den Kessel passieren konnte. Anschließend hat sie dem Anmelder Vorschläge gemacht, von denen sie wusste, dass er sie nicht annehmen kann.

Mit dieser Taktik zeigt die Polizeiführung auch, dass sie wenig Vertrauen in die eigenen Beamten hat. Polizisten müssen in der Lage sein, einige Hundert Leute, die sie als Gewalttäter einstufen, auf einem Demonstrationszug zu begleiten. Sollte es dann zu Ausschreitungen kommen, müssen die Beamten eben eingreifen und die Täter festnehmen. Dafür sind die Beamten ausgebildet, dafür werden sie bezahlt. Und es gibt keinen Grund daran zu zweifeln, dass sie es können. Zumal die Polizei am Samstag mit einem immensen Aufgebot vor Ort war. Ein Kessel jedenfalls ist die schlechteste aller Lösungen.

Am Samstag soll es wieder eine Demonstration in Frankfurt geben. Die Polizei wird unter besonderer Beobachtung stehen.

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