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Demonstration von Occupy-Aktivisten Pfeifkonzert zum Abendbrot

Eine Demonstration von Occupy-Aktivisten und Antikapitalismus-Gegnern bildet den Abschluss des Gegenprogramms zur European Finance Week in Frankfurt.

Marsch durch die Frankfurter Innenstadt. Foto: Alex Kraus

Ob es die Gäste der Alten Oper wirklich nicht gekümmert hat, wird man wohl nicht erfahren. Eine Demonstration der Occupy-Aktivisten und Antikapitalismus-Gegner zog am Freitagabend zu Michael Jacksons Hit „They Don’t Care About Us“ vom Hauptbahnhof über die Hauptwache zur Alten Oper. Unter dem Motto „In Ruhe dinnern ist nicht mehr“ sollte dort das Abschluss-Dinner der European Finance Week gestört werden.

Nach Angaben der Polizei waren ungefähr 450 Demonstranten mit Trillerpfeifen und Trommeln zum weiträumig abgesperrten Opernplatz unterwegs. Dort trafen sich zum Abschluss des internationalen Finanzkongresses, der alljährlich in Frankfurt abgehalten wird, Führungskräfte aus der Finanzwelt und internationale Politiker, unter ihnen auch Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble.

Martha Lund vom Bündnis „No Troika“ sagt zu den Zielen des gestrigen Protestmarsches: „Die Finance Week und insbesondere ihre Abschlussgala ist ein Kristallisationspunkt, um die verschiedenen sozialen Kämpfe gegen die autoritäre Krisenpolitik zu vernetzen .“
Man wolle deshalb in vielen Facetten auftreten, um gemeinsam gegen die vielfältigen Zumutungen des kapitalistischen Systems auf einmal zu demonstrieren.

Schimpfe von der Antifa

Sowohl während des Verlaufs der Demo als auch vor der Oper kam es zu keinen nennenswerten Zusammenstößen zwischen Polizei und Teilnehmern. Anders jedoch als angemeldet blockierten die Demonstranten, die sich aus verschiedenen Gruppen wie „No Troika“, „Europäische Occupy Zentralbank“ und dem Krisenbündnis Frankfurt zusammensetzten, den Straßenverkehr auf der Kreuzung Taunusanlage und Bockenheimer Landstraße.

„Dieser Akt der Grenzüberschreitung dient dazu, zumindest ein paar der zum Dinner geladenen Gäste am Betreten der Alten Oper zu hindern“, so ein Sprecher des Krisenbündnisses Frankfurt. Die meisten der geladenen Gäste dürften jedoch bereits über den roten Teppich in die Alte Oper gelangt sein, bevor der Zug der Demonstranten ihr Ziel erreichte. Einige der Gäste, die zu Fuß durch die Absperrung wollten, wurden von Mitgliedern der Antifa heftig beschimpft, woraufhin weitere Polizeibeamte an den Absperrgittern postiert wurden.

Die Demonstration bildete den Abschluss des Gegenprogramms der Aktivisten zur Finance Week. Der Sprecher des Krisenbündnisses betonte, dass es bei allen Aktionen hauptsächlich um das große Ganze gehe, und nicht nur um einzelne Institutionen. Gestern hatte Aktivist Novak Petrovic bei einer Fahrraddemo gefordert, dass alle Banken, bis auf eine verlässliche Institution, die Stadt bis zum 15. Oktober 2013 verlassen sollten.

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