Lade Inhalte...

Blockupy-Proteste Goethe-Uni schließt wegen Blockupy

Immer mehr Einrichtungen wollen aus Angst vor Ausschreitungen ihren Betrieb während der Blockupy-Aktionstage einstellen. Jetzt schließen auch die Frankfurter Universität und School of Finance ihre Tore. Studierendenvertreter sprechen von Panikmache.

16.05.2012 15:09
Astrid Ludwig
Vorübergehend außer Betrieb. Foto: dapd

Wegen massiver Sicherheitsbedenken schließen die Goethe-Universität und die Frankfurt School of Finance and Management während der Blockupy-Tage ihre Gebäude und Einrichtungen. In der FH Frankfurt laufen die Vorlesungen weiter.

Sicherheit oberste Priorität

In einer Rundmail fordert die Leitung der Frankfurt School ihre Studenten auf, „nur in wirklich dringenden Fällen die Hochschule aufzusuchen“. Das Gebäude liegt in der Sonnemannstraße und bleibt von Donnerstag bis Sonntag abgesperrt, Lehrveranstaltungen werden verschoben. „Die Sicherheit der Studenten hatte bei dieser Entscheidung des Präsidiums oberste Priorität“, heißt es in dem Schreiben der Leiterin der Studienbetreuung.

Dicht macht auch die Goethe-Universität ihre Pforten – und dass an allen Standorte. Der Campus Bockenheim, Westend, Riedberg und auch der Sportcampus in der Ginnheimer Landstraße bleiben von Donnerstagabend bis Sonntag geschlossen, alle Veranstaltungen werden verschoben. Das beschloss das Präsidium am Mittwochmittag als Reaktion auf die Blockupy-Aktionstage. Die Uni will ihre Gebäude und Studenten schützen, „weil gewaltsame Ausschreitungen im Stadtgebiet nicht auszuschließen sind“ , heißt es in einer Mitteilung des Präsidiums. Die Universität habe sich auf Anraten der Behörden dazu entschlossen.

Florian Muhs, Referent des Asta der Goethe-Universität, spricht dagegen von „krasser Panikmache, die den kompletten Unibetrieb lahmlegt“. Asta-Vertreter protestierten dagegen am Mittwoch in der jüngsten Sitzung des Uni-Senates. Studenten hätten sich auf Klausuren und Referate an diesen Tagen vorbereitet, die nun ausfielen. Der Asta spricht von einer nicht nachzuvollziehenden Entscheidung. Muhs: „Hier werden bürgerkriegsähnliche Szenarien heraufbeschworen.“ Der Student wohnt im Frankfurter Bahnhofsviertel – „seit Tagen kann ich da schon kein Geld mehr abheben ,weil alles verriegelt ist“, sagt er.

"Willkür und Absurdität"

Von staatlicher Repression spricht auch der Asta der TU Darmstadt und kritisiert das Demonstrationsverbot. Das Grundrecht auf freie Meinungsäußerung habe einen geringeren Stellenwert als die Profitinteressen Einzelner.
Der studentische Arbeitskreis Recht der Uni Frankfurt bezeichnet die Stadtverbote durch die Polizei als „Willkür und Absurdität“. Das Vorgehen der Polizei sei „Panikmache“, Betroffene würden wahllos kriminalisiert, um vor der Teilnahme an den Protesten abzuschrecken.
Der Asta der Hochschule Darmstadt kritisiert die 400 Aufenthaltsverbote, die per Beschluss des Verwaltungsgerichts zurückgenommen werden mussten, als „haltlose Diffamierungen“. Er ruft, „gerade aufgrund des undemokratischen Gebarens der Stadt Frankfurt und der massiven Eingriffe in die Grundrechte“, dazu auf, sich an den Blockupy Protesten zu beteiligen.

Die Zeitung für Menschen mit starken Überzeugungen.

Multimedia App E-Paper
App
Online Kundenservice Abo-Shop
Ok

Um Ihnen ein besseres Nutzererlebnis zu bieten, verwenden wir Cookies. Durch Nutzung unserer Dienste stimmen Sie unserer Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen