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Blockupy Frankfurt Runde zwei für Blockupy

Das Aktionsbündnis Blockupy diskutiert am Samstag auf dem Roßmarkt in Frankfurt seine künftige Kritik an der Krisenpolitik. Anders als noch im Mai diesen Jahres befürchtet die Stadt keine Ausschreitungen mehr.

18.10.2012 12:05
Felix Helbig
Bei den Aktionstagen im Mai verhinderten Polizeiketten die Blockupy-Diskussionen. Foto: Sascha Rheker

Zelte sind ja zuletzt in den Fokus der kritischen Betrachtung geraten – zumindest bei der Stadtverwaltung, die ihre Nutzung zu Versammlungszwecken nach einigen Erfahrungen inzwischen eigentlich ausschließt. Es bedurfte also schon einer Sondernutzungserlaubnis, um am Wochenende ein Zelt auf dem Roßmarkt aufzustellen und sich darin zu versammeln.

Es wird dann sogar ein ziemlich großes Zelt werden, in dem sich am Samstag und Sonntag etwa 500 Menschen darüber beraten wollen, wie es nun weitergehen kann mit dem kapitalismuskritischen Protest des Blockupy-Bündnisses.

„Wir haben immer deutlich gemacht, dass wir auf unserem Recht bestehen, unsere Kritik an der europaweiten Verarmungspolitik gerade mitten im Finanzzentrum von Frankfurt zum Ausdruck zu bringen“, sagt Attac-Mann Roland Süß, der auch Sprecher des Bündnisses ist. Den Versuch hatte es schon einmal gegeben, während der Blockupy-Aktionstage im Mai. Damals aber waren sämtliche inhaltliche Veranstaltungen von der Stadt verboten worden, weil sie Ausschreitungen befürchtete.

Nun sollen eben jene Veranstaltungen nachgeholt werden. Und die Stadt befürchtet keine Ausschreitungen mehr. Blockupy geht in Runde zwei: Sie beginnt am Samstagmittag mit einer öffentlichen Diskussion zum Thema „Occupy Democracy“, am Nachmittag folgt eine Debatte mit dem Titel „Vom Spardiktat zur Rückgewinnung des Öffentlichen“. Abends geht es dann um „Wege aus der Krise in Europa“.

Am Sonntagmorgen beginnt schließlich ein Aktions- und Bewegungsratschlag, bei dem neue Proteste im kommenden Frühjahr beraten werden sollen. Zentrale Frage dabei wird sein, ob es zu erneuten Aktionstagen in Frankfurt kommt, oder ob eine südeuropäische Hauptstadt in den Fokus rückt.

Europaweite Vernetzung

„Wir sehen unsere Aktivitäten ganz bewusst als Bestandteil einer internationalen Bewegung“, sagt Blockupy-Sprecher Thomas Occupy. „Es geht um einen europaweiten Protest, daher werden wir unsere Vorschläge auf verschiedenen internationalen Treffen diskutieren, um eine gemeinsame Mobilisierung zu erreichen.“ Weitere Treffen sind im November in Madrid und Florenz geplant.

Vor allem aber, das betonen sämtliche Sprecher des Bündnisses aus kapitalismuskritischen Organisationen und Netzwerken, wollen sie den Bürgern der Stadt die Möglichkeit geben, „sich mit der Krisenpolitik und ihren Folgen auseinanderzusetzen und Alternativen zum europaweiten Spardiktat zu diskutieren“. Diese Chance hatte es im vergangenen Mai ja nicht gegeben.

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