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Ebola-Virus Buchmesse bereitet sich auf Ebola vor

Der Zustand des Ebola-Erkrankten in der Isolierstation der Frankfurter Uniklinik ist „sehr ernst“. Derweil bereitet sich die Buchmesse, die ab Dienstag 300.000 internationale Gäste erwartet, in Sachen Ebola auf alle Eventualitäten vor. In den Hotels liegen Notfall-Nummern bereit.

Gitter sorgen dafür, dass Neugierige nicht zu nahe an die Isolierstation geraten können. Foto: AFP

Nachdem der gefährliche Ebola-Virus in Afrika grassiert und inzwischen auch ein Erkrankter in Frankfurt behandelt wird, bereitet man sich bei der Buchmesse auf alle Eventualitäten vor. Buchmessen-Sprecherin Katja Böhne sagte, die größte Buchmesse der Welt verfüge über einen eigenen Gesundheitsdienst – ein Team von Ärzten, Sanitätern, Notfallhelfern, die auf dem Messegelände in Bereitschaft stünden. Sie könnten im Falle eines Ebola-Verdachtsfalls sofort tätig werden und stünden „in engem Kontakt“ mit der städtischen Gesundheitsbehörde. Die Seuchen-Isolierstation des Universitätsklinikums sei ebenfalls in diese Vorbereitungen einbezogen.

Derzeit weisen an der Uniklinik lediglich ein provisorisch aufgestellter Zaun und ein Wachmann von außen darauf hin, was im Bau 68 A vor sich geht. Etwas abgeschottet, zwischen Gleisen und Parkplätzen, wird hier in einer speziellen Isolierstation hinter Luftschleusen ein an Ebola erkrankter Arzt behandelt. Auf Betreiben seines Arbeitgebers, einer italienischen Hilfsorganisation, wurde der Ugander am Donnerstag von Sierra Leone aus nach Frankfurt geflogen. Hier lägen ideale Behandlungsmöglichkeiten vor, heißt es beim hessischen Sozialministerium.

Zu dem Gesundheitszustand des Mediziners machten die Klinik und der Leiter des Kompetenzzentrums Frankfurt, Professor René Gottschalk, am Sonntag mit Verweis auf die ärztliche Schweigepflicht keine Angaben. Der behandelnde Oberarzt Timo Wolf hatte den gesundheitlichen Zustand des Patienten am Freitag als „sehr ernst, aber stabil“ bezeichnet. Es könne allerdings sein, dass sich der Zustand des Mannes zunächst etwas verschlechtere. Danach bestünde die „berechtigte Hoffnung“, dass der Patient die Erkrankung überstehen werde. Dem Leiter der Infektiologie, Hans-Reinhard Brodt, zufolge, sind derzeit fünf bis zehn Ärzte damit beschäftigt, den Patienten zu versorgen. Es handele sich um ein „erfahrenes Team“.

Sehr unterschiedlich gehen die regulären Patienten des Klinikums mit der Tatsache um, dass das hochinfektiöse Ebola in der Nähe des Bettenhauses behandelt wird. Während sich mehrere Patienten im Gespräch mit der FR entspannt gaben und in die getroffenen Sicherheitsvorkehrungen vertrauen, trifft man auch besorgte Menschen. Eine Frau sagte, sie sei sicher, dass ein erhebliches Risiko bestünde. Laut dem stellvertretenden Ärztlichen Direktor der Klinik, Kai Zacharowski, besteht jedoch „keinerlei Gefahr“. Der reguläre Krankenhausbetrieb sei nicht betroffen, die Ebola-Behandlung laufe „sozusagen als Add-on nebenbei“.

Angesichts von mehr als 300.000 Besuchern, die ab Dienstag zur Buchmesse erwartet werden, ist man sich dort darüber im Klaren, dass der Frankfurter Flughafen ein mögliches „Einfallstor“ für die Krankheit sei, sagte die Sprecherin. Schließlich sind unter den rund 7300 Ausstellern aus aller Welt „einige ganz wenige“, so Böhne, aus den westafrikanischen Ländern, in denen Ebola ausgebrochen ist.

Auch die Frankfurter Hotels, die in der Buchmessen-Woche so viele internationale Gäste beherbergen wie sonst kaum, bereiten sich auf den Ernstfall vor. Eduard Singer, der Vorsitzende des Hotel- und Gaststättenverbands in Frankfurt, sagte der FR, die großen Häuser könnten bei einem Verdachtsfall „sofort“ Ärzte herbeirufen. Ein entsprechender „Ersthelfer-Einsatz“ sei organisiert. Singer ist Generaldirektor des Hessischen Hofs in Nachbarschaft des Messegeländes. In seinem Haus, aber auch in anderen Hotels, hätten die Mitarbeiter „stets Notfall-Nummern zur Hand“, falls ein Gast verdächtige Symptome zeige.

Am Frankfurter Flughafen sieht man sich ebenfalls gut vorbereitet, so ein Sprecher. Melde eine Flugzeugcrew einen Verdachtsfall, würden die Passagiere des Fliegers noch vor Betreten des Terminals untersucht. Spezielle Vorbereitungen bezüglich Ebola seien jedoch nicht nötig.

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