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E-Books Flaute für digitale Bücher

Das Wachstum im E-Book-Bereich lässt deutlich nach. Eine Umfrage sucht nach den Gründen. Gut funktioniert weiterhin das Selfpublishing.

Auch eine Kostenfrage? Vergessene E-Book-Geräte im Londoner Nahverkehrs-Fundbüro. Foto: REUTERS

Das lange stürmische Wachstum bei der Nutzung elektronischer Bücher lässt nach. Mittlerweile schmökert zwar jeder vierte Deutsche in E-Books, hat der IT-Branchenverband Bitkom bei einer Umfrage herausgefunden. Das ist aber nur ein Prozentpunkt mehr als im Vorjahr, so Bitkom-Vize Achim Berg.

Elektronische Bücher könne man nicht so einfach verschenken wie gedruckte, außerdem sei der Preisunterschied zwischen beiden Varianten hier zu Lande nur gering, anders als etwa in den USA. In Deutschland kommen E-Books auf einen Marktanteil von rund vier Prozent, in den USA ist es etwa ein Viertel. Dort gibt es aber auch keine Buchpreisbindung.

Für ihre Abschaffung zur Stimulation von E-Books will der Bitkom nicht plädieren, aber die Buchpreisbindung könnte durch eine andere Entwicklung in Gefahr kommen: Denn mehr als die Hälfte der hundert bestverkauften E-Books stammt mittlerweile von Autoren, die ihre Werke in Eigenregie und nicht über Verlage verkaufen. „Wahrscheinlich ist die Zahl sogar noch höher, weil der Leser nicht immer erkennen kann, ob ein Verlag hinter einem Autor steht oder nicht“, schätzt Berg. Beispiele dafür sind Besteller wie der Sadomaso-Thriller „Shades of Grey“ oder der Zukunftsroman „Der Marsianer“, die beide auch verfilmt wurden. Nach ihrem Erfolg im Internet sind beide Bücher dann auch von Verlagen ins Programm genommen worden.

Der Trend zur Veröffentlichung in Eigenregie lässt mehr Geld beim Autor, so Berg. Buchpreisbindung spielt dabei keine Rolle. Gegenüber dem Bitkom hat jeder fünfte Befragte bestätigt, schon E-Books von Autoren im Eigenverlag gelesen zu haben.

Auch wenn die Anzahl neuer E-Book-Leser aktuell kaum noch wächst, ist das Medium zu einer Massenerscheinung geworden, findet der Bitkom. Denn der einzelne Leser greift verstärkt zu. So sind in Deutschland 2014 nach Erkenntnissen der Forschungsgruppe Gfk 25 Millionen elektronische Bücher verkauft worden, 15 Prozent mehr als im Vorjahr. Aktuelle Zahlen zum E-Book-Absatz gibt der Börsenverein des Deutschen Buchhandels zur kommende Woche beginnenden Frankfurter Buchmesse bekannt.

Es gibt Totalverweigerer

Wer sich dem E-Book verweigert, tut das vor allem, weil ihm das sinnliche Gefühl eines gedruckten Buchs fehlt. Das hat dem Bitkom die Hälfte aller Verweigerer geantwortet. 39 Prozent wollen grundsätzlich nicht auf einem Bildschirm lesen. Allerdings zeigten auch 35 Prozent aller Verweigerer grundsätzliches Interesse am elektronischen Buch.

Am geringsten ist die Quote der E-Book-Leser bei Senioren über 65, von denen nur gut jeder zehnte elektronische Bücher liest. Diese Altersgruppe wäre aber sogar prädestiniert, weil sich bei E-Books anders als bei gedruckten Büchern die Schrift vergrößern lässt.

Bei den Lesegeräten für E-Books sind spezielle E-Book-Reader wie Kindle oder Tolino auf dem absteigenden Ast. Ihr Absatz schrumpft dieses Jahr wohl nochmals um ein Viertel auf noch 570 000 Geräte, nachdem er schon 2014 um fast ein Drittel zurückgegangen war, erklärt der Bitkom. Gelesen werden E-Books vor allem auf Laptop-Computern und Smartphones, wo die Bildschirme immer größer und schärfer werden. Im Kommen sind auch Flatrates bei E-Books, wie sie sich bei Musik und Filmen schon durchgesetzt haben.

Jeder dritte E-Book-Leser leiht sich hier zu Lande elektronische Bücher auch schon bei öffentlichen Bibliotheken und fast jeder fünfte bei kommerziellen Anbietern wie Skoobe oder Kindle Unlimited aus. Das sieht der Bitkom als Wachstumsbereich. Über ein Viertel aller E-Book-Leser bedient sich bei legal frei verfügbaren Gratis-Plattformen wie dem „Projekt Gutenberg“ mit Buchklassikern, deren Urheberschutz abgelaufen ist.

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