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Buchmesse Von Preisen und Preisträgern

43 Preisverleihungen listet ein Verzeichnis während der Frankfurter Buchmesse. Der wichtigste ist der Friedenspreis. Den erhält der US-amerikanische Informatiker und Künstler Jaron Lanier. Den Deutschen Cartoonpreis gibt es für „Rattelschneck“.

Auch OB Feldmann darf einen der zahlreichen Preise übergeben Foto: Christoph Boeckheler

Wer soll den Überblick behalten bei dieser Flut von Auszeichnungen? 43 Preisverleihungen während der Frankfurter Buchmesse listet ein Verzeichnis auf und niemand weiß, ob das alle sind. Vom „Belma“, dem „Best European Learning Materials Award“ bis zum „Virenschleuderpreis“ wird alles rausgehauen. Von vielen Preisen hat nie ein Mensch vorher gehört und so werden sie trotz des großen Andrangs auf der Buchmesse dieser Tage weitgehend unter Ausschluss der Öffentlichkeit verliehen. Doch einige renommierte Preise wurden natürlich auch vergeben und die meisten von ihnen am gestrigen Freitag.

So konnte sich Marcus Weimer über den Deutschen Cartoonpreis freuen. Auch Marcus Weimer kennt kaum einer, mit dessen Künstlernamen „Rattelschneck“ kann aber fast jeder was anfangen. Einen Cartoon mit Worten zu erklären, ist müßig, aber in dem ausgezeichneten Bildwitz von Rattelschneck geht es um Neonazis, Hakenkreuze und Staub in der Wohnung. Wie auch der mit dem Förderpreis bedachte Nachwuchscartoonist Hannes Richert ließ Weimer augenzwinkernd durchblicken, dass er ziemlich faul sei: „Von den 35 Jahren als professioneller Cartoonist habe ich nur ein halbes Jahr gearbeitet.“

Deutlich fleißiger ist da Jaron Lanier. Der US-Amerikaner wird am Sonntag in der Paulskirche mit dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels ausgezeichnet und gab sich vorab schon mal auf der Buchmesse die Ehre. Lanier ist ein recht ungewöhnlicher Preisträger und kommt mit der Attitüde eines gut gelaunten Straßenmusikers daher. Als es zunächst keine Fragen an ihn gibt, bläst der Mann mit den langen Dreadlocks einfach mal ein paar Töne auf seiner asiatischen Mundorgel.

Lanier hat viel zu sagen

Ungewöhnlich ist die Auszeichnung für Lanier, weil er kein klassischer Schriftsteller, sondern Informatiker, Künstler, Musiker, Komponist, Unternehmer und eben Autor ist. Als dann doch noch ein paar Fragen kommen, stellt sich schnell heraus, dass Lanier ziemlich viel zu sagen hat.

Jede Antwort ist ein kleiner Vortrag, in dem es etwa um die Fallstricke des Internets, die Ungleichverteilung zwischen Arm und Reich und die Sucht des Datensammelns geht. Auf die Frage, ob er gelegentlich noch wie früher codiere, antwortet der Preisträger launig: „Ich schreibe schon Bücher, das ist lästig genug.“

Für diejenigen, die das Lesen von Büchern als lästig empfinden, wurde der „Lese-Kicker“ ins Leben gerufen. Demzufolge könnten Fußball-Kinderbücher eine Art Einstiegsdroge für lesefaule Jungs sein. Am besten gelingt das der Jury zufolge Andreas Schlüter und Irene Margil mit ihrem Buch „Die Fußball-Haie.“

Am Abend wurde noch der renommierte Deutsche Jugendliteraturpreis verliehen, wohinter sich gleich sechs verschiedene Preise verbergen, was die Zahl der Auszeichnungen bei der Buchmesse noch mal deutlich erhöht. Der am höchsten dotierte Sonderpreis für das Gesamtwerk ging an die Übersetzerin Angelika Kutsch.

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