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Buchmesse Sit-ups mit Schwert im Hals

Skurrile Weltrekorde made in Germany werben zum Auftakt der Frankfurter Buchmesse für das Buch eines ehemaligen Guinness-Manns.

18.10.2016 19:38
Trial-Biker Max Schrom. Foto: dpa

Für sein erstes Buch „Weltrekorde made in Germany“ rührt das Rekord-Institut Deutschland (RID) mächtig die Werbetrommel. Zu Beginn der Buchmesse hat das RID in Frankfurt skurrile Weltrekorde abgenommen.

Es sind Weltrekorde, die einer kindlich-blühenden Fantasie entsprungen scheinen: Bücher stapeln, Luftballons zertreten, Kokosmilch zapfen. Vier junge Männer aus Hessen wollen etwa innerhalb einer Minute mehr als 50 Exemplare des „Weltrekord“-Buchs zu einem Turm aufschichten. Ein Team um den Gießener Unternehmer Christoph Seipp versucht, in Frankfurt mit der U-Bahn alle 86 Stationen der insgesamt neun Linien in weniger als sieben Stunden anzufahren. Der Trial-Biker Max Schrom aus Rhede in Nordrhein-Westfalen springt mit seinem Fahrrad innerhalb einer Minute 37-mal über am Boden liegende Menschen und bricht damit nach Angaben des RID den von ihm gehaltenen Weltrekord von 31 Sprüngen.

„Ein bisschen stolz bin ich schon“, japst der 29-Jährige nach Aufstellen seines Weltrekords, „denn das ist fast nicht mehr zu toppen“. Kurz zuvor blitzte noch Panik in seinen Augen auf, denn er bleibt nicht nur an einem seiner menschlichen Hindernisse kurz hängen – Schrom verliert dabei den Überblick. „Ich habe mich genau um fünf Sprünge verzählt“, sagt der Ingenieur, der sonst an Wochenenden seine Fahrradkunst auf Shows und im Fernsehen zum Besten gibt. „Erst als Verleger Olaf Kuchenbecker das Ergebnis bekanntgab, wusste ich, dass ich es geschafft hatte“, berichtet er atemlos in die Kameras.

"Hol’ dir den Rekord!“

Dann kommt schon der nächste Weltrekordversuch: Franz Huber aus Bayern will so viele Sit-ups wie möglich machen – in seinem Hals steckt dabei ein geschlucktes Schwert. „Bist du bereit? Dann hol’ dir den Rekord!“, ruft Kuchenbecker und drückt auf die Stoppuhr. Als oberster Schiedsrichter und Chefredakteur betreute er 13 Jahre lang die deutsche Buchausgabe des berühmten „Guinness“-Buchs. Als die Guinness World Records Ltd. (GWR) ihr Büro in Deutschland schloss, gründete Kuchenbecker vor zwei Jahren kurzerhand sein eigenes Institut. „Ich weiß eben, wie die Rekordjäger in Deutschland funktionieren“, sagt er in seinem Schiedsrichter-Blazer.

Folglich kommen Rekorde, die das RID abnimmt, nicht zwingend auch ins „Guinness“-Buch. Denn das RID ist weder rechtlich noch organisatorisch mit dem GWR verbunden. Zudem sammelt es nach eigener Darstellung ausschließlich Höchstleistungen im deutschen Sprachraum.

Erst im Sommer hatte es Aufmerksamkeit auf sich gezogen bei einem ähnlich bizarren Weltrekord: Am 10. Juli trafen sich in der Frankfurter „Commerzbank-Arena“ 7485 Musiker zum „Größten Orchester der Welt“ und spielten gemeinsam Motive von John Miles und Andrew Lloyd Webber. Der Fantasie sind in diesem Geschäft eben keine Grenzen gesetzt. (dpa)

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