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Dornbusch, Eschersheim, Ginnheim Ärger wegen Bushaltestellen

Die Stadtteilparlamente fühlen sich bei der behindertengerechten Umgestaltung von Bushaltestellen übergangen. Das Straßenverkehrsamt will den Ortsbeirat 9 am 6. Oktober informieren

04.10.2016 20:30
Jan Klauth

Rund um die Hügelstraße sollen die Bushaltestellen behindertengerechter werden. Im zuständigen Ortsbeirat 9 (Dornbusch, Eschersheim, Ginnheim) wird allerdings Kritik an den Plänen geübt. Nicht etwa der Umbau der Haltestellen im Allgemeinen, sondern die Art und Weise, wie dieser umgesetzt wird – nämlich ohne vorherige Anhörung im Ortsbeirat –, sorgt für aufgebrachte Stimmen aus Reihen von CDU und FDP.

„Die Vorgehensweise der Stadt ist inakzeptabel“, heißt es in einer Pressemitteilung der CDU, unerklärlich sei auch die „Missachtung der Funktion der Ortsbeiräte“. Ortsvorsteher Friedrich Hesse (CDU) berichtet von zahlreichen Beschwerde-Mails der Anwohner und kritisiert die Informationspolitik der Stadt: „Bei jeder noch so kleinen Planungsmaßnahme gibt es vorab Informationen – an den Bushaltestellen wird aber ohne Vorankündigung drauflos gebaut.“

Vor allem die mögliche Vernichtung von Parkplätzen durch den Umbau stößt den Christdemokraten übel auf. Ein weiteres Problem sei, dass die Busse, durch das Wegfallen der Bucht zukünftig auf der Fahrbahn halten, was ein Vorbeifahren des rollenden Verkehrs unmöglich mache. So entstehe nicht nur ein Rückstau, sondern auch steigender Lärm und mehr Schadstoffemissionen seien die „unerträglichen Folgen“ des Konzepts.

„Bürger und Ortsbeiräte müssen in eine solch tiefgreifende Umgestaltung des Straßenraums einbezogen und alternative Baumaßnahmen überdacht werden“, fordert daher Christiane Loizides, Stadtverordnete der CDU. Weiter verlangt die 67-Jährige einen sofortigen Baustopps bis eine „angemessene Beteiligung“ der Ortsbeiräte stattfinde

Auch die FDP-Fraktion hat im Römer mittlerweile beantragt, dass beim barrierefreien Umbau von Bushaltestellen die Ortsbeiräte zukünftig schon bei der Planung miteinzubeziehen sind. Annette Rinn, verkehrspolitische Sprecherin der FDP, bestätigt zwar die Notwendigkeit des Haltestellen-Umbaus, es stelle sich aber die Frage, wie umgebaut werde. Rinn sieht ebenfalls die Gefahr von Verkehrsbehinderungen und kommentierte: „Als hätten wir in dieser Stadt nicht schon Staus genug.“

Knapp die Hälfte der über 700 Frankfurter Bushaltestellen ist inzwischen barrierefrei, der Rest soll in den kommenden Jahren folgen – so sieht es der Koalitionsvertrag vor. Nun unternimmt die Stadt einen Versuch, die Gemüter zu besänftigen: Am Donnerstag werden Vertreter des Straßenverkehrsamts in den Ortsbeirat kommen und sich den Fragen der Mitglieder und Bürger stellen.

Die öffentliche Sitzung des Ortsbeirats 9 findet am Donnerstag, 6. Oktober, ab 19.30 Uhr im Gemeindehaus von St. Familia, Am Hochwehr 11, statt.

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