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Domplatz in Frankfurt Entree zur Altstadt wird verkehrsberuhigt

Im August entscheidet eine Jury im Wettbewerb zur Umgestaltung des Domplatzes in Frankfurt.

Altstadt Frankfurt
Blick auf die Altstadt-Häuser am Krönungsweg. Foto: Boris Roessler (dpa)

Mit der Öffnung der neuen Altstadt ist der Wandel in Frankfurts Zentrum noch nicht am Ende. Im August, also nach den Sommerferien, wird eine Jury den Siegerentwurf im städtischen Wettbewerb zur Umgestaltung des Domplatzes küren. Das kündigte Planungsdezernent Mike Josef (SPD) im Gespräch mit der FR an. Die Stadt hat vor, den Domplatz zur reinen Fußgängerzone umzuwidmen. Der Autoverkehr, der heute noch am Dom vorbeifließt, soll nur noch bis zur Einfahrt der Tiefgarage Dom/Römer gelangen können. So soll das Entree zur Altstadt verkehrsberuhigt werden.

Bis Ende 2019 will die Kommune dann den Umbau des Platzes abschließen. Viel Grün ist erwünscht. In den Boden wird die alte Plakette eingelassen, die früher vor dem Technischen Rathaus lag und an die Opfer des Bombenkrieges in Frankfurt erinnerte. Mit einer wichtigen Ergänzung: Es wird jetzt auch darauf hingewiesen, dass Deutschland den Zweiten Weltkrieg begonnen hatte.

Nach der Kritik, die von Bürgern an der Kulissenhaftigkeit der Altstadt geäußert wurde, betont der Planungsdezernent: „Das neue Viertel ist kein Disneyland.“ Es sei auch „keineswegs so, dass die zeitgenössische Architektur in Frankfurt ausgedient hat“. So könne er sich für die Zukunft der Städtischen Bühnen nur eine moderne bauliche Lösung vorstellen, sagte der Stadtrat.

Spendengelder erbeten

Josef reagierte auf die jüngste Gründung der „Aktionsgemeinschaft Schauspielhaus“ vor wenigen Tagen. Unter dem Vorsitz des renommierten Saxofonisten Tobias Rüger treten die Mitglieder für „eine möglichst weitgehend originalgetreue Wiederherstellung und Ergänzung des Schauspielhauses von 1902“ ein. Dafür sollen Spendengelder geworben werden. Ergänzend soll ein neues Opernhaus an anderer Stelle, also nicht am Willy-Brandt-Platz, gebaut werden.

Die Bürgerinitiative lehnt sich im Namen ganz bewusst an die „Aktionsgemeinschaft Opernhaus Frankfurt am Main“ an, die der damalige Frankfurter IHK-Präsident Fritz Dietz am 9. Oktober 1964 ins Leben gerufen hatte. Diese Gruppe, eine der ersten deutschen Bürgerinitiativen, sammelte Geld, um anstelle der damaligen Opernhaus-Ruine am Opernplatz eine neue Spielstätte entstehen zu lassen.

Die neue Aktionsgemeinschaft zitiert eine Berechnung des Frankfurter Architekturbüros Braun Schlockermann Dreesen. Ihr zufolge könne eine Sanierung samt Teilrekonstruktion des Schauspielhauses 420 Millionen Euro kosten. Für den Neubau eines Opernhauses auf einem anderen Grundstück berechnen die Architekten 370 Millionen Euro.

Lesen Sie mehr zum Thema in unserem Dossier Neue Altstadt Frankfurt

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