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Die prekäre Lage der CDU Der Einspringer

Thorsten Weber wird Frankfurter CDU-Geschäftsführer in schwieriger Zeit.

Thorsten Weber
Thorsten Weber ist jetzt in Multifunktion für die CDU tätig, von Wiesbaden bis Frankfurt. Foto: CDU

Es ist ja gar nicht so einfach, in der gegenwärtigen Situation der Partei einen Wahlkampf für die CDU zu managen. Thorsten Weber aber stellt sich dieser Aufgabe. Ab sofort ist der 48-Jährige kommissarischer Kreisgeschäftsführer der Frankfurter CDU – denn die Landtagswahl am 28. Oktober rückt immer näher.

Kurzfristig musste ein guter Ersatz gefunden werden für Geschäftsführer Michael Stöter, der Frankfurt den Rücken gekehrt hatte. Und Thorsten Weber springt jetzt ein. „Ich pendele zwischen Wiesbaden und Frankfurt“, sagt er. Denn in der Landeshauptstadt bleibt er Geschäftsführer der Kommunalpolitischen Vereinigung der CDU Hessen. Und er mischt noch in der Rüsselsheimer Kommunalpolitik mit. Da ist er Vorsitzender des CDU-Stadtverbandes.

„Ich bringe eine gewisse Erfahrung mit“, sagt der frühere Wahlkreisbüroleiter des ehemaligen Bundesverteidigungsminister Franz-Josef Jung mit einem gewissen Understatement. Am Mittwoch saß Weber mit seinen engsten Mitarbeitern in der Frankfurter CDU-Kreisgeschäftsstelle und versuchte, die Konturen des kommenden Landtagswahlkampfs zu umreißen.

Ist es eigentlich opportun, da sich in der Bundesregierung CDU und CSU gerade zerfleischen, überhaupt noch Bundesprominenz einzuladen? Vielleicht sogar Bundeskanzlerin Angela Merkel? Oder werden Merkel & Co. jetzt eher zu einem Hindernis für einen erfolgreichen Wahlkampf, weil ihre Popularität rasant sinkt? Fragen über Fragen.

„Die Kanzlerin ist immer noch ein Pfund“, urteilt der erfahrene politische Praktiker Weber. Ob sie allerdings tatsächlich im Landtagswahlkampf nach Frankfurt anreise, sei noch völlig offen. „Es werden sicherlich Kollegen aus dem Bund kommen“, erwartet Weber. Und wie lässt sich die Basis der Frankfurter Partei für den Wahlkampf motivieren? Eine Basis, die ohnehin schrumpft. Und die gerade erst die krachende Niederlage bei der OB-Wahl in Frankfurt hinnehmen musste.

„Die Leute haben doch gar keinen Bock auf Wahlkampf“, sagt Thomas Dürbeck, der kulturpolitische Sprecher der CDU im Römer. Die Querelen auf Bundesebene schadeten dem Ansehen der Politik. „Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Menschen am Info-Stand unser Material entgegennehmen.“

Helmut Heuser, der frühere CDU-Fraktionschef im Römer, berichtet von keiner guten Stimmung an der Basis in Frankfurt. Dort sei die Niederlage bei der OB-Wahl nicht verarbeitet. „Bei dieser Wahl haben wir als Partei versagt“, urteilt Heuser. Die CDU sei schlicht „nicht kampagnenfähig“ gewesen. Wird sie es im Landtagwahlkampf sein?

Der 70-jährige Heuser steht auch jetzt zu Kanzlerin Angela Merkel. „Ich erwarte von Ministerpräsident Bouffier, dass er sie im Wahlkampf einsetzt“, sagt er. Aber es gebe auch Stimmen an der Basis, die Merkel vorwürfen, „dass sie die Ausländer ins Land lässt“.

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