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Die Partei in Frankfurt Bewusste Provokation

Bei einer Mahnwache von „Die Partei“ vor dem Dom wird der Film „Das Leben des Brian“ gezeigt. Kroatische Katholiken sind verärgert.

Mahnwache in Frankfurt
Nico Wehnemann (r.) und seine Parteikollegen wollen mit ihrem Stand vor dem Dom ein Zeichen setzen. Foto: Andreas Arnold

Als die Prozession der kroatischen katholischen Gemeinde in den Kaiserdom einzieht, positionieren sich die Mitglieder der Partei „Die Partei“ in ihrem Blickfeld und halten Blätter mit der Aufschrift „Je suis Brian“ (Ich bin Brian) nach oben. Hinter ihnen pfeifen ein paar Schaulustige das bekannte Lied „Always look on the bright side of life“ aus dem Film „Das Leben des Brian“. Es gibt ein paar böse Blicke, manche Kroaten schütteln den Kopf.

„Die Partei“ hatte am Karfreitag zu einer Mahnwache am Dom aufgerufen. An ihrem aufgebauten Stand schenken sie Glühwein aus, verteilen Kekse und zeigen eben jenen Film von Monty Python – eine Satire über die Kreuzigung Jesus. „Ja, wir provozieren“, sagt Nico Wehnemann, Frankfurter Stadtverordneter von „Die Partei“. Er sehe sich dabei in einer Reihe mit Martin Luther, der ja auch provoziert habe. Durchaus passend im Jubiläumsjahr der Reformation, findet Wehnemann.

„Wir sind für die Trennung von Kirche und Staat und finden es nicht richtig, dass die Kirche das Tanzen und Fröhlichsein verbieten darf“, erklärt der Stadtverordnete. Zudem finde er das Konzept von Ostern überholt. Viel mehr würde er sich zwei Weihnachten im Jahr wünschen. „Dort gibt es auch die größeren Geschenke und es ist eine besinnliche Zeit.“ Da lachen einige der Interessierten rund um den Stand.

Einer davon ist Igor Zikic. Der Frankfurter hatte auf Facebook von der Aktion erfahren und wollte sich nun den Standpunkt der „Partei“ anhören. „Es gibt viele Argumente, die für ein Tanzverbot und stilles Feiern sprechen. Aber eben auch einige dagegen“, sagt Zikic. Er gibt zu bedenken, dass eine Minderheit den anderen vorschreibe, was sie tun sollen. Er wolle die Filmvorführung abwarten und dann das Gespräch mit den Parteifreunden suchen.

Vater voll Wut

Auf einem kleinen Monitor beginnt schließlich der knapp 90 minütige Film aus dem Jahr 1979. Es wird gelacht, viele können Textpassagen mitsprechen. Plötzlich brüllt ein kroatischer Vater von Weitem, voll Wut über die Aktion. Schnell kommen ein paar Ordner der Gemeinde, die vor der Kirche stehen, und beruhigen die Situation. Der Mann geht mit seiner Familie weiter.

Einer der Ordner erzählt, dass dieser Stand vor der Kirche ausgerechnet an Karfreitag sehr provozierend sei. „Muss das sein?“, fragt er, seinen Namen nennt er nicht. Aber er erklärt, dass sie sich nicht provozieren lassen würden. „Wir halten auch die andere Wange hin.“ Er selbst habe den Film „Das Leben des Brian“ schon gesehen. Witzig sei er, aber die Aufführung heute zeige, dass man nur provozieren wolle.

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