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DFB-Akademie Frankfurt will Rennbahn Anfang September räumen

Die Stadt wehrt sich gegen den Vorwurf, die Aufhebung des Rennbahn-Mietvertrags sei sittenwidrig, und legt Revision vor dem Bundesgerichtshof ein. Die Räumung soll Anfang September erfolgen.

Galopprennbahn Frankfurt
Blick auf die Zuschauertribühne und die Trainingsbahn für die Galopper auf der Rennbahn Frankfurt. Foto: dpa

Anfang September will die Stadt ihren Rechtsanspruch auf Räumung der alten Galopprennbahn durchsetzen. Das kündigten Liegenschaftsdezernent Jan Schneider (CDU) und Sportdezernent Markus Frank (CDU) am Freitagabend an. Die beiden hoffen, dass es keine „Ordnungskräfte“ brauchen wird, um die Räumung zu erreichen. Medienvertreter sollen bei dieser Aktion nicht zugelassen sein. 

Zugleich gaben Schneider und Frank bekannt, dass die Stadt Revision beim Bundesgerichtshof (BGH) gegen das Urteil des Oberlandesgerichts (OLG) Frankfurt vom 27. Juli einlegt. Der Zweite Zivilsenat des OLG hatte entschieden, dass das Vorgehen der Stadt bei der Aufhebung des Mietvertrages für das Rennbahn-Gelände sittenwidrig war. „Dieser Vorwurf ist unbegründet“, so die beiden Stadträte. „Dieses Bild müssen wir zurechtrücken“, so die CDU-Politiker.

Außerdem will die Kommune eine Reihe weiterer rechtlicher Schritte unternehmen, um die Räumung praktisch zu vollziehen. So soll die noch gültige einstweilige Verfügung gegen den Abriss der Rennbahn-Haupttribüne aufgehoben werden. Gleichzeitig möchte man den Abbruchauftrag ausschreiben. 

Gegen zwei neue Mieter in Wohnungen auf der Rennbahn wurden Räumungsklagen eingereicht. Gegen die „unberechtigte Inbesitznahme“ eines Stalles beantragte die Stadt eine einstweilige Verfügung. Schneider und Frank bestätigten einen Bericht der FR, demzufolge noch Pferde in den Stallungen gehalten werden. 

Hier habe ein ehemaliger Stallmieter, gegen den die Stadt bereits ein rechtskräftiges Räumungsurteil erwirkt habe, seine Tiere wieder untergebracht. Er versuche auf diese Weise, die Vollstreckung des Räumungsurteils zu verzögern. Gegen einen weiteren Mieter, der noch auf dem Gelände wohnt, erhofft sich die Stadt ein Räumungsurteil im Herbst. Der Speditionskaufmann Dieter Röll hatte in der FR angekündigt, dass er in seiner Wohnung bleiben wolle. 

Ein weiteres Räumungsverfahren ist nach den Worten der beiden Stadträte ebenfalls noch nicht entschieden. Es richtet sich gegen das frühere gewerbliche Wettbüro auf dem Gelände in Niederrad, das sogenannte Quotenhaus. 

Beim Oberlandesgericht stellte die Stadt außerdem einen Antrag auf Tatsachenberichtigung. Im Urteil des OLG vom 27. Juli war die Miete, die von der Rennbahnbesitzgesellschaft Hippodrom GmbH an die Stadt zu zahlen ist, irrtümlich auf 9000 Euro beziffert worden. Sie beträgt aber tatsächlich 36 000 Euro.

Sportdezernent Markus Frank zeigte sich dessen ungeachtet erfreut über die Entwicklung. „Der Weg ist nun endlich frei für unsere Fußballakademie.“ 

Die Vertreter des Rennklubs berieten derweil in Karlsruhe mit ihren Anwälten das weitere Vorgehen vor dem Bundesgerichtshof. 

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