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Deutscher Integrationspreis Preiswürdige Integration

Das Crowdfunding zum Deutschen Integrationspreis läuft an. Auch zwei Frankfurter Projekte sind im Rennen und präsentierten sich am „Integrations-Bus“.

"Integrations-Bus"
Die Rapper von "Heartbeat-Edutainment" werben am Integrations-Bus für Vielfalt. Foto: Michael Schick

Die Teachers on the Road, sagt Vorstandsmitglied Ralph Lange, betreiben „quasi das Brot- und-Butter-Geschäft der Integration“. Soll heißen, sie geben ehrenamtlichen Deutschunterricht, „egal welchen Aufenthaltsstatus“ der Mensch hat, der in einem Kurs des seit 2013 über Frankfurt hinausgewachsenen Projekts erscheint. Rund 250 Ehrenamtliche unterrichten Woche für Woche 580 zugewanderte und geflüchtete Menschen - alleine in Frankfurt sind rund 50 Teacher aktiv, sagt Lange.

Für diesen Einsatz erhielt das im Verein „Netzwerk konkrete Solidarität“ organisierte Projekt bereits den städtischen und den Hessischen Integrationspreis. Nun ist es als eines von zwei Frankfurter Projekten im Rennen um den Deutschen Integrationspreis der gemeinnützigen Hertie-Stiftung.

Um über den Preis und die dafür nominierten 34 Projekte zu informieren, die momentan per Crowdfunding um finanzielle Förderung wetteifern, machte am Donnerstag der durch Deutschland tourende „Integrations-Bus“ Station am Bockenheimer Depot.

Drei Rapper des im vergangenen Jahr nominierten „Heartbeat Edutainment“-Teams sangen „Wir sind alle eins, anders und doch so gleich, wir stehen für die Vielfalt und die Menschlichkeit“, während Köche von „Über den Tellerrand“ im Doppeldeckerbus Hummus-Schnittchen mit Granatapfelkernen kredenzten. Nominierte aus Hessen und Umgebung präsentierten sich derweil dem interessierten Laufpublikum.

Im nun angelaufenen Crowdfunding-Wettbewerb steht momentan das Frankfurter Projekt „Family Playdates“ hinter dem Berliner Verein „Flüchtlingspaten Syrien“ an zweiter Stelle, weil es bereits besonders viele Spenden gesammelt hat. 2016 als Pilotprojekt der Max-Planck-Gesellschaft gestartet, wollen die Gründerinnen Agnesa Kolica und Tina Roeske den angehenden Verein mit Hilfe des eingeworbenen Geldes zum Sozialunternehmen ausbauen. Ihr Prinzip: geflüchtete und schon länger in Frankfurt lebende Familien zusammenbringen, damit die Kinder miteinander spielen und die Eltern sich austauschen können. „So haben Eltern die Möglichkeit, gleichzeitig mit ihren Kindern in der Gesellschaft anzukommen“, sagt Kolica, die selbst einst als Kind nach Deutschland migrierte und weiß, „dass Kinder oft schneller Anschluss finden als ihre Eltern“. Mehr als 40 Familien haben Kolica und ihr elfköpfiges Team bereits zusammenbringen können - „auf Augenhöhe“, wie sie betont.

Eine Formulierung, die auch Frankfurts frühere Oberbürgermeisterin Petra Roth (CDU) wählt, die sich neben dem Intendanten des Hessischen Rundfunks, Manfred Krupp, Dilek Akkaya von „Frankfurt hilft“ und der Vorjahres-Zweitplatzierten Anna Meister vom Frankfurter Projekt „ZuBaKa“ zu einer Diskussionsrunde am Integrationsbus eingefunden hat. Die Projekte, die um den Integrationspreis wetteifern, seien letztlich „nur Treppchen, mit denen wir es Menschen ermöglichen, auf Augenhöhe zu kommen“ mit der Mehrheitsgesellschaft, sagt Roth. Und legt Wert darauf, dass es bei Integration nicht nur um die Gruppe der Geflüchteten gehen dürfe, sondern auch andere Migrantinnen und Migranten der Unterstützung bedürften in dieser vielfältigen Stadt, „in der es nie Parallelgesellschaften“ gegeben habe.

HR-Intendant Krupp, der der Jury zum Integrationspreis angehört, sagte, es gebe „manchmal eine Tendenz, nur über das Scheitern der Integration zu berichten“. Gerade alltägliche Begegnungen, wie sie viele der nominierten Projekte ermöglichen, böten aber „die Chance, dass Dinge gelingen“. Und das wiederum sei ein Gewinn für alle Seiten - egal ob neuzugewandert oder alteingesessen.

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