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Demos in Frankfurt WOW Polizei zieht Bilanz nach Protest-Tag in Frankfurt

180 rechte Islamgegner kommen zu der Kundgebung des Pegida-Ablegers „Widerstand Ost West“ nach Frankfurt. Mehr als 2000 Menschen nehmen an der Gegendemonstration teil. Die Polizei ist mit einem Großaufgebot vor Ort. Es kommt zu Zusammenstößen.

Viele Polizisten sind wegen der Demonstrationen in Frankfurt im Einsatz. Foto: peter-juelich.com

Bei Protesten gegen eine Kundgebung des Pegida-Ablegers „Widerstand Ost West“ ist es am Samstag in der Frankfurter Innenstadt zu Zusammenstößen zwischen linken Gegendemonstranten und der Polizei gekommen. Mehr als 2000 Menschen hatten sich seit dem frühen Morgen rund um den Roßmarkt versammelt, um gegen die Versammlung der nicht einmal 200 rechten Islamgegner zu protestieren. Die Polizei, die mit einem Großeinsatz vor Ort war, sprach am Abend von insgesamt neun Festnahmen, ein Zivilbeamter sei durch einen Flaschenwurf gegen den Kopf schwer verletzt worden. In der Junghofstraße wurden zwischenzeitlich 150 Menschen von der Polizei eingekesselt, bis ihre Personalien festgestellt waren.

Bereits ab 8 Uhr morgens hatten sich linke Gegendemonstranten am Willy-Brandt-Platz und an anderen Punkten in der Innenstadt gesammelt, um die Anreise von Widerstand Ost West zu erschweren. Schon zuvor hatte die Polizei den Bereich um den Roßmarkt weiträumig abgesperrt und mit Wasserwerfern und anderem schweren Gerät gesichert. Vor allem auf der Berliner Straße und an der Hauptwache sammelten sich im Laufe des Vormittages Antifa-Aktivisten an mehreren Blockade-Punkten, vereinzelt zündeten sie Rauchbomben. Es kam zu kleineren Rangeleien mit der Polizei. Vor einem Burger-Restaurant in der Schillerstraße gab es gegen 11 Uhr eine kurze, aber heftige Prügelei zwischen rechten Hooligans und linken Aktivisten. Am Goetheplatz fand eine Kundgebung des Römerbergbündnisses aus Gewerkschaften, Kirchen und Parteien statt.

Mit einer Stunde Verspätung begann dann gegen 14 Uhr die Kundgebung von Widerstand Ost West. Insgesamt hatten sich nicht einmal 200 Teilnehmer versammelt, unter ihnen waren neben einigen älteren Menschen auch gewaltbereite Hooligans wie die „Berserker Pforzheim“ und einzelne Neonazis. Vor allem die angereisten Hooligans traten aggressiv auf, riefen Parolen wie „Antifa – Hurensöhne“ und bedrängten anwesende Pressevertreter. Ester Seitz, die Anmelderin der rechten Kundgebung, betonte zu Beginn ihres Redebeitrages ausdrücklich, dass sie sich freue, „hier so viele Hools zu sehen“. Nach ihr sprachen unter anderen die bekannten rechten Blogger Michael Stürzenberger und Michael Mannheimer.

Rund um den Platz skandierten Gegendemonstranten währenddessen Parolen wie „Haut ab“ oder „Es gibt kein Recht auf Nazi-Propaganda“. Die Polizei ging zum Teil massiv gegen linke Protestierer vor, in der Junghofstraße setzte sie 150 Menschen vorübergehend fest. Ein Polizeisprecher sagte dazu, die Beamten seien aus der Gruppe zuvor mit Steinen und Flaschen beworfen worden. Gegen 16 Uhr zogen die Teilnehmer von Widerstand Ost West im von der Polizei abgesperrten Bereich ein paar Hundert Meter einmal um den Häuserblock, an der Hauptwache wurden sie dabei von Gegendemonstranten bepöbelt und mit Eiern und Tomaten beworfen. Einige Hooligans warfen Flaschen in Richtung der linken Aktivisten. Gegen 17.30 Uhr wurde die Versammlung von Widerstand Ost West beendet, die Teilnehmer wurden von der Polizei zur S-Bahn gebracht.

Ein Polizeisprecher sagte der Frankfurter Rundschau am Abend, man habe insgesamt sieben linke Gegendemonstranten wegen des Verdachts auf Verstoß gegen das Waffengesetz, Vermummung und Körperverletzung festgenommen. Zwei Teilnehmer von Widerstand Ost West seien wegen der Verdachts auf Körperverletzung festgenommen worden. Insgesamt sei man mit dem Ablauf des Tages zufrieden, so der Sprecher. „Wir hätten uns natürlich einen friedlicheren Verlauf gewünscht.“

Gegen 19 Uhr zogen einige Hundert Antifa-Aktivisten in einer Spontandemonstration durch die Innenstadt.

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