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Demo Pulse of Europe will weiter machen

Die Bürgerbewegung ist dabei, sich zu professionalisieren. Wieder kommen nach Angaben des Veranstalters 4000 Menschen zur Demo auf den Frankfurter Goetheplatz.

Pulse of Europe, Goethplatz, Frankfurt, Bild x von 15
Ein Rauchfeuerwerk in den Farben der Trikolore schließt die Kundgebung auf dem Goetheplatz ab. Foto: Michael Schick (Michael Schick)

Französische Chansons und ein Meer aus blauen Fahnen mit den Europa-Sternen darauf: Es ist der Ausgang des ersten Wahlgangs in Frankreich, der die Menschen auf dem Goetheplatz an diesem Sonntagnachmittag umtreibt. Die letzten Umfragen hätten gezeigt, dass alles offen sei, sagt Daniel Röder von Pulse of Europe. Zwei der aussichtsreichsten Kandidaten, Marine Le Pen und Jean-Luc Mélenchon, seien „antieuropäisch und antideutsch“.

Auch wenn sich Emmanuel Macron und François Fillon bei der Stichwahl am 7. Mai gegenüberstünden – die Probleme in Europa würden bleiben. Es fehle das Vertrauen in das politische System. Röder fordert einen „neuen Dialog zwischen Bürgertum und Politik“. Die Europäische Union müsse „reformiert, nicht zerstört“ werden.

Rund 4000 Menschen, so Pulse of Europe, hören ihm zu. In dem Gemurmel, das hier und dort ertönt, sind auch viele französische Stimmen zu hören. „Restez avec nous“, bleibt bei uns, steht auf einem Plakat. Es ist auch ein großes deutsch-französisches Freundschaftsfest, das sich da auf dem Goetheplatz zuträgt. Die Europa-Hymne „Freude schöner Götterfunken“ wird vom Publikum auf Deutsch und auf Französisch gesungen. Die Künstlerin Sandra Kranich hat sich einen spektakulären Abschluss der Veranstaltung ausgedacht und ein Rauchfeuerwerk kreiert.

In den Farben der Trikolore soll es in den Himmel steigen. Tatsächlich entwickelt sich, bedingt durch die Windverhältnisse, mehr Qualm als Farbe. Doch auch das kann die gute Laune des Publikums nicht schmälern.

Die Menschen, die gekommen sind, wollen, dass es mit Pulse of Europe auch nach der Stichwahl in Frankreich weitergeht. Röder hat eine entsprechende Frage gestellt und ein eindeutiges Votum erhalten. Die Wahlen in England, Deutschland und Österreich nannte er als kommende Herausforderungen.

Immer mehr Städte dabei

Seit dem 15. Januar lädt Pulse of Europe in Frankfurt mit Ausnahme einer „Osterpause“ zu Kundgebungen ein. Immer mehr Städte in ganz Europa schließen sich der Bewegung an. „Wir sind so schnell groß geworden, dass wir der Entwicklung kaum noch hinterherkommen“, sagt Pressesprecherin Stephanie Hartung. „Zeit ist das, was uns am meisten fehlt.“ Röder nennt eine Summe von 350 000 bis 500 000 Euro im Jahr, um professionell arbeiten zu können. Röder und Hartung beschreiben den enormen Arbeitsaufwand, der mit der Organisation von Pulse of Europe verbunden sei. Deshalb wird ab dem 7. Mai bei den Kundgebungen ein Gang zurückgeschaltet: Pulse of Europe wird nur noch einmal im Monat einladen, an jedem ersten Sonntag, 14 Uhr. Es sollen Strukturen entwickelt und über ein Selbstverständnis nachgedacht werden.

Bevor das sogenannte offene Mikrophon beginnt, fordert eine Aktivistin, die sich mit Sabine vorstellt, die Demonstranten auf, ein Zeichen nach Frankreich zu senden, und zwar so, „dass die Wahllokale wackeln“. Das ansonsten eher ruhige Publikum wird tatsächlich richtig laut.

Besonders beeindruckt aber werden die Zuhörerinnen und Zuhören von einem alten Herrn, der von den „Vereinten Staaten von Europa“ träumt und auch gleich einen Slogan mitgebracht hat: „Hop, hop, hop, Europa mit Galopp“. Der Reim fällt auf fruchtbaren Boden. Immer wieder heißt es nun, „hop, hop, hop …“.

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