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Demo NoFragida in Frankfurt Mit Geschrei und Stinkbombe auf die AfD

Die NoFragida-Demo gegen die Wahlkampfveranstaltung der AfD bleibt weitgehend friedlich. Am Ende sorgt aber ein übler Gestank für kurze Aufregung.

Protest
Auch im Inneren des Südbahnhofs protestierten die Demonstranten lautstark gegen die AfD. Foto: peter-juelich.com

Erschrocken schaut sich ein Mann um, der im Südbahnhof auf den Abfahrtsplan schaut. „AfD Rassistenpack – wir haben euch zum Kotzen satt“ schallt es laut durch die Bahnhofshalle. Eine Gruppe von Demonstranten hat sich im Inneren des Bahnhofs vor dem Eingang zum Saalbau Südbahnhof platziert und schreit lauthals Parolen gegen rechts. Sie demonstrieren gegen eine Wahlkampfveranstaltung des AfD-Kreisverbands Frankfurt, zu der auch der ehemalige tschechische Staatspräsident Václav Klaus geladen ist.

Die von NoFragida organisierte Gegendemo rief am gestrigen Abend weit mehr als die erhofften 50 Teilnehmer auf den Plan. Einer von ihnen war der junge Student Malte. „Ich habe ein Problem mit der AfD, vor allem mit ihrer Position zur Flüchtlingspolitik“, erklärt er. Genau dagegen könne man ruhig mal die Stimme erheben und genau das tut er auch als seine Mitdemonstranten „Haut ab, haut ab!“ anstimmen.

Auch die Polizei war mit einem großen Aufgebot im und um den Bahnhof präsent. Bereits im Vorfeld hatte eine Sprecherin angekündigt, dass man auch auf größere Personenzahlen vorbereitet sein würde. Am Abend sorgen die Beamten dafür, dass linke Demonstranten und Zuhörer der AfD-Veranstaltung nicht aufeinanderprallen.

Vor dem Bahnhofsgebäude stehen ebenfalls mehrere Demonstranten. Sie haben Banner und Fahnen in den Händen und rufen laut „Es gibt kein Recht auf Nazipropaganda“. Auch Helga und Anke haben sich auf dem Diesterwegplatz eingefunden. „Ich bin seit meiner Jugend aktiv gegen rechts“, sagt die 60-jährige Helga. Sie wolle zeigen, dass die Gegenseite größer sei und dass sie auch bei solchen Veranstaltungen da sei. „Sie sollen sehen, dass ihre Meinung nicht meine ist und auch nicht die von vielen anderen.“

Anke hingegen ist spontan zur NoFragida-Demo gestoßen. Sie wohne im Stadtteil Sachsenhausen und habe auf dem Nachhauseweg die Polizei gesehen. „Von einem Handzettel habe ich dann erfahren, worum es geht.“ Es habe sie berührt, dass ein Eigenbetrieb der Stadt wie die Saalbau der AfD eine Plattform biete.

Drinnen steht Organisatorin Annette Ludwig und verteilt Flugblätter an vorbeieilende Reisende. „Ich bin super zufrieden“, sagt sie und schaut zu den zwei Glasfenstern nach oben. Dahinter stehen die Besucher der AfD-Veranstaltung und schauen nach unten, während die Demonstranten nach oben blicken. Kurz erinnert es an eine Szene im Zoo, nur dass – anders als dort – die Wesen hinter der Scheibe diejenigen davor neugierig anschauen. „Klaus’ marktradikale Position ergänzt sich mit den tatsächlichen Themen der AfD, wie der Abwertung von Arbeitnehmerinnen“, ergänzt Ludwig noch.

Schließlich beginnt die Veranstaltung im Saalbau. Knapp 140 Zuhörer sind im Raum. Als Václav Klaus den Saal betritt, bricht tosender Applaus los. Einige der Zuschauer erheben sich. Die Isolation ist gut: Im Inneren ist kein Protest mehr zu hören. Nur eine kleine Stinkbombe, die wohl zwei junge Frauen im Raum hinterlassen haben, erinnert die Anwesenden daran, dass sich draußen Widerstand regt.

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