Lade Inhalte...

Demo Nahost-Konflikt Dauerhaften Frieden gefordert

Bei einer Kundgebung in Frankfurt protestieren rund 500 Menschen gegen den israelischen Militäreinsatz im Gazastreifen. Dabei müssen die Organisatoren mehrfach die Demonstranten darum bitten, Schilder mit offen israelfeindlichen Sprüchen abzulegen.

Rund 500 Menschen protestieren in Frankfurt für Frieden im Gazastreifen. Foto: Michael Schick

Rund 500 Menschen haben am Samstag auf dem Frankfurter Römerberg gegen den aktuellen israelischen Militäreinsatz im Gazastreifen protestiert und eine dauerhafte Friedenslösung im Nahen Osten gefordert.

Das Vorgehen der israelischen Armee sei eine „unverhältnismäßige militärische Reaktion“ auf die vorherige Entführung und Ermordung dreier israelischer Jugendlicher, sagte Ramazan Kuruyüz, der Vorsitzende der Islamischen Religionsgemeinschaft Hessen (IRH), die zu der Kundgebung aufgerufen hatte. Israel betreibe eine „Vergeltungsaktion gegen ein ganzes Volk“. Durch Angriffe auf Zivilisten im Gazastreifen verletze die israelische Regierung internationales Recht.

Kuruyüz sprach sich zugleich gegen die Raketenangriffe der islamistischen Hamas auf Israel und gegen die jüngsten antisemitische Parolen bei Pro-Gaza-Demonstrationen in Deutschland aus. Die jungen Muslime, die vor zwei Wochen auf der Zeil israelfeindliche Parolen skandiert hatten, bezeichnete er als „Chaoten“.

„Legitimer Widerstand“

Maurice Estephan von der palästinensischen Gemeinde Hessen sagte, der Nahostkonflikt sei letztlich nicht militärisch lösbar, es brauche daher echte Friedensverhandlungen. Gleichzeitig äußerte er auch die Überzeugung, dass der Gazastreifen nach wie vor von Israel besetzt sei und die Palästinenser ein Recht hätten, sich dagegen zu wehren: „Daher ist der Widerstand legitim.“ Israel hatte den lange besetzten Gazastreifen 2005 einseitig geräumt.

Janine Wissler, die Fraktionsvorsitzende der Linken im hessischen Landtag, forderte in ihrer Rede ebenfalls „einen sofortigen Waffenstillstand im Nahen Osten“. Die israelische Regierung müsse die Angriffe auf Gaza beenden, so Wissler. „Gewalt löst keine Probleme“. Außerdem müsse die Blockade des Gazastreifens aufgehoben werden, dann werde sich auch das Problem der von der Hamas im Gazastreifen angelegten Tunnel lösen. In den vergangenen Tagen hatte die Hamas mehrfach versucht, ihre Kämpfer durch diese Tunnel in israelisches Gebiet zu schmuggeln.

Zugleich sprach Wissler sich gegen die zuletzt auch in Frankfurt geäußerten antisemitischen Parolen und Sprüche aus. „Wir wollen nicht, dass Jüdinnen und Juden in dieser Stadt Frankfurt Anfeindungen ausgesetzt sind“, sagte sie. Außerdem distanzierte sie sich von „Vernichtungsdrohungen gegen Israel“.

Die Teilnehmer der Kundgebung schwenkten palästinensische Fahnen und skandierten „Nein zum Krieg, ja zum Frieden“, außerdem waren vereinzelt Türkei-Fahnen zu sehen. Mehrfach mussten die Organisatoren der Veranstaltung Demonstranten bitten, Schilder mit offen israelfeindlichen Sprüchen abzulegen. Dennoch wurden Slogans wie „Kindermörder Israel“ und „Terrorist Israel“ in die Luft gehalten. Am Rande der Kundgebung standen junge Männer, die auf ihre T-Shirts rot durchgestrichene Israel-Fahnen gedruckt hatten.

Die Zeitung für Menschen mit starken Überzeugungen.

Multimedia App E-Paper
App
Online Kundenservice Abo-Shop
Ok

Um Ihnen ein besseres Nutzererlebnis zu bieten, verwenden wir Cookies. Durch Nutzung unserer Dienste stimmen Sie unserer Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen