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Demo in Frankfurt Neonazis erfolgreich ausgegrenzt

Würden zur Anti-TTIP-Demo in Frankfurt auch Neonazis kommen? Ein Häufchen traute sich tatsächlich, die Rechten wirkten vor allem: bemitleidenswert.

Das höchste der Gefühle: Vier-Mann-Demo auf dem Main. Foto: Protestfotografie Frankfurt

Traurig, aber wahr: Auch Faschisten lehnen TTIP und Ceta in der Regel strikt ab. Und von Anfang an war da die nicht ganz unbegründete Angst, dass Rechte versuchen könnten, die Veranstaltung zu vereinnahmen. Dass die AfD in Frankfurt auf Wutbürgerfang geht.

Doch dazu kommt es nicht. Rechte, die auch optisch als solche erkennbar sind, sucht man ziemlich vergebens. Wenn hier etwas tobt, dann höchstens das Bildungswutbürgertum, wie man es vom Nordendortsbeirat oder den Elternabenden an Lateingymnasien kennt. Oft nervig, aber stets ungefährlich. Und ganz bestimmt nicht rechts.

Das kann man auch als unsensibler Mensch spüren. Ein alter Mann korrigiert mit verkniffenem Gesicht noch vor der Alten Oper sein Demoplakat, auf dem er gegen „Umvolkung, Lügenpresse, Politiker“ schimpft. Die „Umvolkung“ versucht er jetzt per Kugelschreiber eher vergeblich unkenntlich zu machen. Zumindest hat er erkannt, dass mit dem Thema „Umvolkung“ hier und heute kein Staat zu machen ist.

Antifa bleibt gelassen

Dass die Innenstadt an diesem Samstag ziemlich nationalsozialismusbefreite Zone ist, ist nicht zuletzt auch das Verdienst der Polizei. Elf mutmaßliche Neonazis, die Reichskriegsflagge und Pfefferspray mit sich führen, nimmt sie am Baseler Platz fest, acht Gesinnungskameraden mit Schlagstöcken am Eschenheimer Turm. Kurz und schmerzlos wird auch die wohl spektakulärste Aktion der Rechten beendet: Vier Ruderer in zwei Booten hissen auf dem Main eine einschlägige Flagge mit Hammer und Schwert und zünden Bengalos an. Dass hier vermutlich rechte Zündler am Werk sind, erschließt sich nur den wenigsten. Kollegen entrollen derweil am Ufer die Parole „Märkte brauchen Grenzen“.

Die Antifa hatte bereits Tage zuvor auf Facebook gemutmaßt, dass „die Nazis vom sogenannten antikapitalistischen Kollektiv“ kommen würden, blieb aber gelassen: „ … selten folgt daraus wirklich was. Das Höchste der Gefühle ist dann bei Blockupy mal irgendwo in Offenbach stehen und ein Foto mit Transparent machen.“ So ähnlich war’s dann wohl auch diesmal.

Lesen Sie mehr zum Thema in unserem Dossier TTIP und Ceta

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