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Demo in Frankfurt Demo gegen Gewalt in der Türkei

Rund 2000 Menschen demonstrieren in Frankfurt friedlich gegen Gewalt in der Türkei. Der türkischen Regierung unter Recep Tayyip Erdogan werfen die Redner Staatsterrorismus vor.

Der friedliche Demonstrationszug zog durch die Frankfurter Innenstadt. Foto: Renate Hoyer

Gegen das Vorgehen türkischer Sicherheitskräfte im kurdisch dominierten Südosten der Türkei haben etwa 2000 Menschen am Samstag in Frankfurt demonstriert. „Schluss mit den Massakern in Kurdistan“ und „Wir sind Kurden, wir wollen leben“ riefen sie immer wieder. Auch „Kindermörder Erdogan“ wurde skandiert. Fotos von Abdullah Öcalan, dem seit Jahren inhaftierten Führer der verboten kurdischen Arbeiterpartei PKK, waren zu sehen. Dessen Freilassung wurde immer wieder gefordert.

Der türkischen Regierung unter Recep Tayyip Erdogan warfen die Redner Staatsterrorismus vor. Sie verübe Kriegsverbrechen und plane weitere Massaker in kurdisch bewohnten Gebieten, hieß es auf der Demonstration, zu der das „Demokratische Gesellschaftszentrum der KurdInnen in Deutschland“ aufgerufen hatte. Alle politische Gefangenen müssten freigelassen und die Verantwortlichen für Massaker vor Gericht gestellt werden.

Die türkische Regierung geht derzeit in kurdisch dominierten Gebieten der Türkei mit Spezialkräften gegen die verbotene Arbeiterpartei PKK vor. Nach eigenen Angaben hat sie in den vergangenen vier Tagen 75 Kämpfer der PKK getötet.

Bei den Gefechten starben der PKK-nahen Agentur Firat nach aber auch mehrere Zivilisten, darunter zwei Jugendliche. Grünen-Chef Cem Özdemir warf der türkischen Regierung am Samstag in einem Interview vor, „eine Art Krieg gegen die eigene Bevölkerung zu führen“. Er prangerte auch die tagelangen Ausgangssperren in den Gebieten an.

„Wir werden draußen sein, bis alle unsere Stimme hören“, sagte Melina Akbaba von der Kurdischen Frauenbewegung Frankfurt am Rande der Demonstration, die vom Kaisersack aus über Kaiserstraße, Roßmarkt, Junghofstraße und Neue Mainzer Straße zur Alten Oper führte, wo sich die Teilnehmer zur Abschlusskundgebung versammelten. Wie die türkischen Sicherheitskräfte gegen die Menschen in der Region vorgingen, werde jeden Tag schlimmer, sagte Akbaba. „Sie bringen jeden Tag Frauen und Kinder um.“ Die deutsche Regierung dürfe Erdogan nicht länger unterstützen, forderte sie. Der führe einen „dreckigen Krieg“.

„Unter dem Vorwand den IS zu bekämpfen, begeht die Türkei Verbrechen gegen die Menschlichkeit“, sagte Nihal Bayram vom Demokratischen Gesellschaftszentrum der KurdInnen bei der Abschlusskundgebung. Die Europäische Union blende das bewusst aus. mit dpa

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