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Demo gegen Burschenschaften Wirksame Störungen

Die Grünen rufen - Seite an Seite mit der Antifa - zu Demonstrationen gegen den "Deutschen Akademikertag" in Frankfurt auf - weil einzelne teilnehmende Burschenschaften Kontakte zu Rechtsextremisten pflegen. Der Römerberg könnte zu einer unangenehmen Zone werden.

05.11.2010 11:25
Burschenschaftler. Foto: ddp

Die Antwort ließ nicht lange auf sich warten. Kaum hatte Olaf Cunitz, Fraktionschef der Grünen im Römer, mitgeteilt, er werde mit seinen Leuten nicht am städtischen Empfang für die Studentenverbindungen teilnehmen und lieber vor dem Gebäude gegen die Veranstaltung demonstrieren, empörte sich der FDP-Kreisvorsitzende Dirk Pfeil.

Die Haltung der Grünen sei „mehr als widersprüchlich und lässt eigentlich auf die nach wie vor stark ausgeprägte Sympathie für die äußerst linke Szene schließen“, sagte Pfeil. Denn zu dem Aktionsbündnis, das für den heutigen Freitag (15.30 Uhr) zur Demonstration auf dem Römer aufgerufen hat, zählt auch die Autonome Antifa.

Es könne nicht angehen, dass die Grünen den Empfang boykottierten, weil einzelne Burschenschaften Kontakte zu Rechtsextremen haben, und gleichzeitig mit Linksextremen wie der Antifa auf die Straße gingen, sagte Pfeil: „Offensichtlich ist in der Gedankenwelt der Grünen linker Extremismus gut und tolerierbar, alles Rechte aber des Teufels.“

Größeres Aufgebot der Ordnungsmacht

Unterdessen sieht die Polizei der Demonstration nach wie vor gelassen entgegen. Behördensprecher Jürgen Linker rechnet nur mit einigen hundert Teilnehmen, die wenigsten von ihnen gewaltbereit. Vermutlich wird die Polizei mit einem größeren Aufgebot rund um den Römerberg vertreten sein, aber nur einschreiten, wenn es Auseinandersetzungen gibt oder die Demonstranten versuchen, den Eingang zum Rathaus zu blockieren.

Nach wie vor ist unklar, wie viele Verbindungen an diesem Wochenende zum 10. Deutschen Akademikertag kommen und ob darunter auch Burschenschaften sind, die Verbindungen in die rechtsextreme Szene haben. Der Convent Deutscher Akademikerverbände, der zu den Veranstaltungen in Frankfurt und Darmstadt einlädt, hält sich mit Öffentlichkeitsarbeit in diesen Tagen sehr zurück.

So nennt der Convent im Programm auch nur die Veranstaltungsorte, die ohnehin bekannt sind: den Empfang im Römer und den Kommers am Samstagabend in der Orangerie in Darmstadt, wo ebenfalls zu Gegendemonstrationen aufgerufen wird. Wer etwas über das Tagesprogramm am Samstag erfahren will, muss eine Handynummer anrufen.

Wie das Aktionsbündnis gegen den Akademikertag herausgefunden haben will, wird der Convent sich gegen Mittag im Restaurant „Darmstädter Hof“ in Nieder-Eschbach treffen. Dort sind mehrere Vorträge und eine Podiumsdiskussion geplant. Die Gegendemonstranten wollen diese Veranstaltungen „wirksam stören“, wie es in einer Mitteilung heißt. (geo)

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