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Demo der Vielfalt und Liebe in Frankfurt Kraftvoll für Vielfalt und Liebe

Protest gegen das Symposium der „Demo für alle“ in Kelsterbach: Das linke und alternative Spektrum macht mal wieder in Frankfurt mobil, bei der Demo der Vielfalt und Liebe.

Demo
Auf der Hauptwache in Frankfurt: bunter Widerstand gegen die Konferenz der „Demo für alle“. Foto: Monika Müller

Wann immer in Frankfurt gegen rechte Umtriebe demonstriert wird, kommt irgendwann der Hinweis, dass man mit einem breiten Bündnis gegen Rassismus auf die Straße gehe. Meistens stimmt das auch. Aber einen so bunten und diversen Auflauf wie an diesem Samstag hat die Hauptwache lange nicht mehr gesehen. Über den Köpfen einiger Hundert Menschen, die sich vor einem Lautsprecherwagen drängen, wehen Regenbogenfahnen und gestreifte Flaggen in Hellblau, Weiß und Rosa, die von Transgendern benutzt werden – von Menschen also, die sich mit ihrem bei der Geburt zugewiesenen Geschlecht nicht identifizieren. Daneben sieht man Luftballons, Konfetti, Einhörner und die Fahnen von Grünen, Linksjugend „Solid“, Pro Familia, Piratenpartei und der Antifa. Die Stimmung ist gelöst, beinahe ausgelassen. Willkommen in Frankfurt.

Nur einige Hundert sind es anfangs, am Ende werden sich 2500 Menschen an der „Demo der Vielfalt und Liebe“ beteiligt haben, zu der ein Bündnis aus Frankfurter Aids-Hilfe und unterschiedlichen Initiativen aus der LGBTIQ-Community (Lesben, Schwule, Bisexuelle, Trans, Inter und Queer) aufgerufen hat. Die Kundgebung mit anschließendem Demozug richtet sich gegen die zeitgleich in einem Kongresszentrum in Kelsterbach laufende Konferenz der rechts-evangelikalen „Demo für alle“, die dort gegen die Öffnung der Ehe für Homosexuelle wettert.

Die Menschen auf der Hauptwache sind so vielfältig wie die Organisationen, die sich an dem Protest beteiligen: Junge Lesben mit buntgefärbten Haaren stehen neben alten Frauen mit Regenbogen-Schminke im Gesicht, junge Männer mit Kindern auf den Schultern neben aufwendig geschminkten Dragqueens in Netzstrümpfen und Stöckelschuhen. „Liebe ist Liebe“ steht auf einem Schild. „Wir sind hier, weil wir ein Zeichen setzen wollen gegen das, wofür die ‚Demo für alle‘ steht, gegen Homo- und Transphobie“, sagt eine junge Frau, die drei Freundinnen mitgebracht hat und wie diese eine Regenbogenfahne um ihre Schultern trägt. „Wir stehen für Vielfalt und Liebe, und wir gehören zu denen, die die ‚Demo für alle‘ so fürchtet.“

Inzwischen haben die Reden begonnen. Chris Gaa von der Aids-Hilfe, der die Kundgebung mit koordiniert hat, freut sich, dass die Konferenz der „Demo für alle“ in Kelsterbach stattfindet. „Sie behaupten, die Mitte der Gesellschaft zu sein, aber sie schaffen es nicht einmal in die Mitte unserer Stadt“, ruft Gaa. Die heutige Kundgebung stehe „für eine freie und liebende Gesellschaft“, die „Demo für alle“ schüre dagegen Angst und Feindseligkeit. Gerade in Zeiten des Rechtsrucks sei es wichtig, gegen Diskriminierung aufzustehen, sagt Gaa unter dem Jubel der Menge. „Wer das Jetzt der Ignoranz und dem Hass überlässt, der hat kein Morgen mehr.“

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