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Das Jahr mit EHEC Die Ruhe nach dem Sturm

Nieder-Erlenbach erschütterte 2011 ein Skandal: EHEC. Ortsvorsteher Matthias Mehl spricht über das, was von den Keimen geblieben ist, aber auch über das vieldiskutierte Shared Space und die Chancen für den Stadtteil, noch weiter zu wachsen.

28.12.2011 12:54
Matthias Mehl prüft schon mal, wie stark der Wind bläst. Foto: christoph boeckheler

Nieder-Erlenbach erschütterte 2011 ein Skandal: EHEC. Ortsvorsteher Matthias Mehl spricht über das, was von den Keimen geblieben ist, aber auch über das vieldiskutierte Shared Space und die Chancen für den Stadtteil, noch weiter zu wachsen.

Nieder-Erlenbach erschütterte 2011 ein Skandal: EHEC. Ortsvorsteher Matthias Mehl spricht über das, was von den Keimen geblieben ist, aber auch über das vieldiskutierte Shared Space und die Chancen für den Stadtteil, noch weiter zu wachsen.

Herr Mehl, das Thema schlechthin 2011 war EHEC. Die gefährlichen Keime wurden zunächst angeblich im Erlenbach gefunden, ängstigten die Menschen, schadeten den Landwirten und stellten sich schließlich als falscher Alarm heraus. Was ist von dem Wirbel geblieben?

Über das Thema spricht keiner mehr. Klar hatten die Gärtner Einbußen. Für einige Wochen ist bei den Hofläden in Nieder-Erlenbach der Einkauf sicher zurückgegangen. Es gab zwar Entschädigungen der EU, aber nicht für jeden, sondern nur für gewisse Sparten – wie eben die Salatgurken, die in Verruf geraten sind.

Aber der Erlenbach könnte durchaus sauberer werden.

Speziell und einzeln bei einem Fluss einzugreifen ist nicht möglich. Man muss die Standards für die Kläranlagen generell anziehen. Dennoch muss der Erlenbach weiterhin ein Spielplatz sein, insbesondere für Kinder. Der Ortsbeirat hat deshalb ein Wasserspiel beantragt, an dem sich die Mädchen und Jungen die Hände waschen können – denn das rät das Gesundheitsamt. Dann können sie im Erlenbach spielen. Wir hoffen, dass das 2012 gemacht wird.

Gemacht wurde bereits 2011 viel. Etwa der Radweg nach Harheim, der im Juli eröffnet wurde. Eine wichtige neue Verbindung?

Natürlich. Dafür haben wir uns und frühere Ortsbeirate sich seit 15 Jahren eingesetzt. Abgesehen davon, dass es ein längerer Weg ist, ist er nun bequemer: von Nieder-Erlenbach nach Harheim, an der Nidda bis nach Eschersheim und dann in die Innenstadt. Wobei noch ein Stück fehlt – und die Brücke über den Eschbach müsste verbreitert werden.

Vom Rad zum Auto: Shared Space, die Gemeinschaftsstraße, bewegt die Bürger. Im September ging die Planungswerkstatt los. Was hat sie bisher gebracht?

Es war für mich wichtig, mal zu sehen, wohin die Bürger eigentlich ganz konkret mit diesem alten Ortskern wollen. Ist das weiterhin eine Hauptstraße, wo man zügig durchfahren kann? Oder sollen wir die Betonung da ganz verschieben? Nun sind wir alle gespannt auf die Ergebnisse.

Glauben Sie denn auch, dass sich diese Ergebnisse letztlich umsetzen lassen werden?

Die Planerinnen des Büros Urbane Konzepte werden uns Empfehlungen geben – die kann der Ortsbeirat dann aufnehmen und Anträge dazu stellen. Ich bin mir sicher, dass die Stadt da keinen eigenen Weg geht.

Auch 2012 wächst Nieder-Erlenbach weiter: Die neue Grundschule und der Kindergarten werden fertig gebaut werden...

...und mit ihnen das Baugebiet New Erlenbach. Dann brauchen wir Betreuungsplätze für die Familien, die zuziehen. Deshalb ist es super, dass zuerst die Schule im Februar fertig wird – und gegen Ende des Jahres der Kindergarten mit Hort. Allerdings bezweifele ich, dass der Kindergarten zum Schuljahresbeginn bereits offen ist, so dass wahrscheinlich erst mal Teile der Schulräume dafür genutzt werden müssen.

Langfristig braucht es allerdings auch eine eigene Sporthalle. Bislang wurde noch kein Ausweich-Grundstück gefunden.

Auf den beiden Grundstücke, die wir hatten, für Schule und Kindergarten, hätte das einfach über einen Bauantrag laufen können. Nun braucht es einen neuen Bebauungsplan. Denn der Stadtteil ist rundherum abgrenzt: vom Landschaftsschutzgebiet, vom Friedhof, von der Umgehungsstraße und dem Erlenbach. Der Ortsbeirat hat dafür die Stadt beauftragt, einen Bebauungsplan hinter dem neuen Friedhof zu erstellen. Um das zu beschleunigen, wollen wir mal alle Beteiligten an einen Runden Tisch bringen.

2012 wird sich auch entscheiden, ob Windräder in Nieder-Erlenbach aufgestellt werden.

Derzeit laufen Vorprüfungen, wie stark der Wind weht und welche Anlagen sinnvoll wären. Der Ortsbeirat ist der Ansicht, dass die Mainova als Betreiber in die Verantwortung gehen muss. Es käme nur ein Standort in Frage: am Kastanienbaum, wo bereits vier Windräder auf Karbener Seite stehen. Es sollte auf Flächen der Stadt oder Stiftungen sein, damit auch der Ertrag und die Pacht der Allgemeinheit zugutekommen. Wir wollen Bürgerbeteiligung – auch bei der Finanzierung.

Das Interview führte Markus Bulgrin.

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