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Das Jahr im Ortsbeirat 5 Mehr Wohnungen bauen

Nach einem holperigem Start hat sich der Ortsbeirat 5 in der aktuellen Wahlperiode zusammengerauft. Im Interview zieht Ortsvorsteher Christian Becker Bilanz.

05.01.2017 16:46
Jöran Harders
Ortsvorsteher Christian Becker (CDU) an der Offenbacher Landstraße. Foto: Renate Hoyer

Christian Becker (CDU) ist seit 2011 Ortsvorsteher im Fünfer. Der 39-jährige Gymnasiallehrer ist in Oberrad aufgewachsen und seit 2001 Mitglied des Ortsbeirats 5. Seit 2005 steht er an der Spitze der CDU Oberrad.

Anfang 2016 schien es, als sei der Frankfurter Süden, was die Entwicklung der Schulen angeht, auf einem guten Weg. Dann hat sich herausgestellt, dass doch vieles im Argen liegt…
Vor allem die Baumängel an den Schulgebäuden waren größer als gedacht. Ich habe die Schulen daher besucht und mir angesehen, wie die Situation ist. Grundsätzlich ist es nötig, dass die Stadt schneller als bisher reagiert, wenn Renovierungen anstehen.

Streitpunkt im Ortsbeirat war auch die Kooperative Gesamtschule (KGS) in Niederrad, deren Start wegen zu geringer Anmeldezahlen verschoben werden musste. Ist die KGS, wie die SPD sagt, ein Auslaufmodell?
Nein. Wir haben im Stadtgebiet zwei Kooperative Gesamtschulen, die im Schnitt zu 99 Prozent ausgelastet sind. Gleichzeitig sind die Gymnasien zu voll. Wir brauchen dringend Gymnasialplätze. Die geplante KGS in Niederrad kann dazu ebenso einen Beitrag leisten wie die neue Integrierte Gesamtschule (IGS) in Sachsenhausen.

Neben den Schulen war der Fluglärm eines der Dauerthemen im Ortsbeirat. Was sagen Sie den Menschen, die beispielsweise am Sachsenhäuser Berg wohnen und seit dem Bau der Nordwest-Landebahn besonders stark unter dem Lärm der Flugzeuge leiden?
Als Ortsbeirat sind unsere Einflussmöglichkeiten auf den Flughafen beschränkt. Dennoch werde ich wie bisher dafür kämpfen, dass der Flughafenbetreiber Fraport sich zumindest an das hält, was juristisch klar geregelt ist. Das Nachtflugverbot war die Voraussetzung dafür, dass die Landebahn überhaupt in Betrieb gehen durfte. Das Bundesverwaltungsgericht hat entschieden, dass zwischen 23 und 5 Uhr keine Flüge stattfinden dürfen. Eine Aufweichung des Nachtflugverbots ist nicht akzeptabel. Vielmehr müssen wir darüber nachdenken, wie die betroffenen Stadtteile sinnvoll entlastet werden können.

Die Ankündigung von Fraport-Chef Stefan Schulte, dass künftig mehr Billigflieger in Frankfurt landen sollen, hat bei den Bürgern Unmut erregt…
Es ist der Eindruck entstanden, dass die Fraport nach dem Bau der Nordwest-Landebahn nun mit allen Mitteln versucht, die Auslastung des Flughafens zu erhöhen. Hinsichtlich der Ankündigung, dass ab diesem Jahr auch Maschinen der Ryanair in Frankfurt starten und landen sollen, war die Kommunikation des Unternehmens außerdem sehr unglücklich. Als Politiker und Bürger fühlen wir uns der Geschäftspolitik der Fraport ausgeliefert. Dass sich da auch in den Ortsbeiratssitzungen immer wieder Wut breitmacht, kann ich verstehen.

Was hat sich nach der Wahl im Ortsbeirat verändert?
Durch den Stimmengewinn der kleineren Parteien sind Kollegen in den Ortsbeirat gekommen, für die die Arbeit völlig neu war. Zehn der 19 Ortsbeiratsmitglieder hatten in diesem Gremium noch keine Erfahrung. Dadurch war der Anfang nach der Wahl etwas holprig. Mittlerweile hat sich aber trotz der politischen Unterschiede alles eingespielt und wir haben jetzt noch gut vier Jahre Zeit, gemeinsam eine konstruktive politische Arbeit zu betreiben. Schön ist es, dass auch die politischen Gegner nicht grundsätzlich gegen das sind, was der jeweils andere vorschlägt. Überraschende Einigkeit gab es beispielsweise bei der Einzäunung des Frau-Rauscher-Brunnens und bei der Sanierung der Kita 122 mit dem Umbau des Bruchfeldplatzes.

Was wird Sie 2017 beschäftigen?
Ein großes Projekt ist die Umgestaltung der Offenbacher Landstraße. Wichtig bleibt die Schaffung von Wohnraum für alle Bevölkerungsgruppen und die damit verbundene Frage nach der Qualität und der Quantität von Kitas, Schulen und Grünflächen. Auch wenn der Ortsbeirat in der Regel nur eine beratende Funktion hat, werden wir uns mit den Planungen beschäftigen, mit den Dezernenten sprechen und in Zusammenarbeit mit den anderen städtischen Gremien versuchen, für die Bürger das Beste zu erreichen. Das Besondere bei der Arbeit im Ortsbeirat ist ja der direkte Draht zu den Menschen.

Wie sieht der aus?
Als Ortsvorsteher höre ich nicht nur als erster, welche Sorgen oder Wünsche die Leute haben. Ich bekomme auch sofort mit, wenn sich was getan hat. Die Ergebnisse unserer Arbeit sehen wir jeden Tag – etwa das neue Toilettenhäuschen und die Pergola am Buchrainplatz. Dieses unmittelbare Erfolgsgefühl erlebe ich in der Intensität nur im Ortsbeirat, vor allem dann, wenn es mit der Umsetzung wie am Buchrainplatz etwas länger gedauert hat.

Interview: Jöran Harders

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