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Clubs Living XXL geschlossen

Das Clubsterben in Frankfurt geht weiter. Nun hat es den Club Living XXL am Willy-Brandt-Platz erwischt - bereits der vierte Club, der in diesem Jahr schließt. Eine Veranstaltung bleibt wengistens erhalten: Die Party „Living After Work“ wird am Mittwoch im Gibson fortgesetzt.

Die Zeiten, als sich Schlangen vor dem Living XXL am Willy-Brandt-Platz bildeten, sind vorbei. Foto: Rolf Oeser

Nach 15 Jahren hat der Club Living XXL seinen Standort am Willy-Brandt-Platz geschlossen. Wie die Betreiberin, die Proconvent GmbH, auf ihrer Internetseite mitteilt, liegt der Grund dafür in „unüberbrückbaren Differenzen mit der Vermieterpartei“. Die Marke Living XXL soll, so wird verkündet, an anderer Stelle weiterbestehen. Wo, steht noch nicht fest.

Für die Veranstaltung „Living After Work-Mittwoch“ ist bereits ein Ort gefunden: Ab 13. November soll sie im Club Gibson auf der Zeil stattfinden. Unter dem Namen „Live After Work“ legen von da an jeden Mittwoch nicht nur DJs auf, vereinzelt soll es auch Live-Auftritte von Musikern geben. Bereits am 20. November wird das zehnjährige Jubiläum des Formats mit „Snap“ gefeiert. Das Frankfurter Dance-Projekt hatte in den 90er Jahren Hits wie „The Power“ und „Rhythm Is A Dancer“. Wie schon im Living XXL wird es von 18 bis 20 Uhr ein Buffet geben.

Vier Clubs in einem Jahr dicht

„Die Veranstalter der After Work Partyreihe wurden durch die Schließung überrascht und standen an einem Mittwoch vor verschlossenen Türen“, sagt Gibson-Chef Madjid Djamegari. „Eigentlich sollte das Living ja mindestens bis Ende 2013 geöffnet bleiben. Wir kennen uns schon sehr lange und haben uns daraufhin getroffen und eine Neuauflage dieser Reihe im Gibson vereinbart. Gibson hat eine große Bühne, die mit Leben gefüllt werden will.“

Im Juli 2013 hatte die Living Eventmanagement und Verwaltungsgesellschaft Insolvenz beantragt, der Betrieb ging jedoch weiter. Gegründet hatte das Living XXL die Frankfurter Unternehmensgruppe Schüler & Presinger, die im Jahr 2003 pleiteging. Danach übernahm der Investor Peter Justmann aus Brühl den Club, zusammen mit Lokalen wie dem Bull & Bear und dem Helium.

Das Living XXL ist der vierte Club, der innerhalb eines Jahres schließt: Im November 2012 stellte auch der Cocoon Club in Fechenheim seinen Betrieb ein, nachdem er im September einen Insolvenzantrag gestellt hatte. Das U 60311 am Rossmarkt wurde im Januar zwangsgeräumt. Derzeit läuft eine Klage gegen die Stadt. Im April machte das Monza in der Berliner Straße dicht, seitdem wird es unter dem Namen „Berliner 74“ als Off-Location für Partys genutzt.

Über die Gründe der Pleiten halten sich die Veranstalter meist bedeckt. Für Madjid Djamegari ist das Clubsterben Folge einer Gesamtentwicklung: „Die Club-Szene wandelt sich“, sagt er. „Ging es früher primär um Musik, Tanz und das gemeinsame Erlebnis, so geht es heute vielmehr um Entertainment, um Show.“

Dieses Phänomen sei keine Frankfurter Erscheinung; in ganz Deutschland schwächele die Branche: „Gewohnheiten ändern sich, Trends ändern sich. Das klassische ‚Boy meets Girl‘ funktioniert bei der jungen Generation heute auf elektronischem Wege. Wer sich nicht den Trends und Entwicklungen anpasst, wird überholt.“ Djamegari bezweifelt, dass es mit dem Living weitergehen wird: „Das Living wird es nicht mehr geben, das ist Geschichte.“

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